An den Elbdeichen des Jerichower Landes fanden jetzt wieder die turnusmäßigen Deichschauen statt. Die Schwerpunkte der Deichsanierungs- und Baumaßnahmen im Deichabschnitt Burg fasste danach LHW-Flussbereichsleiter Reinhard Kürschner zusammen.

Burg l So wurde vom LHW (Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft) die Schließung des alten Berliner Eisenbahndammes ausgeschrieben. Im Rahmen des Deichbruchs bei Hohenwarthe war dieser Damm gebrochen, und das Wasser war über die Straße nach Niegripp in den Kanal geströmt und hatte Riesenschäden verursacht. "Obwohl das kein offizieller Deich ist, fühlen wir uns trotzdem verantwortlich, den Damm zuzumachen. Damit wollen wir bei einem künftigen großen Hochwasser ausschließen, dass dort wieder Wasser durchläuft."

Neben der Schließung des Lochs im alten Eisenbahndamm soll auch das Stück Elbdeich bei Hohenwarthe, wo das Wasser darübergelaufen ist, wieder ordnungsgemäß gesichert werden. Ansonsten soll in diesem Deichstück nichts gemacht werden, weil dort noch die Deichrückverlegung Hohenwarthe geplant sei. Dafür seien die Unterlagen jetzt überarbeitet worden und werden in den nächsten Wochen ans Landesverwaltungsamt gehen. Spätestens bis Jahresende, schätzt Kürschner, werde es dann einen Erörterungstermin im Rahmen des notwendigen Planfeststellungsverfahrens geben.

Als Hauptbestandteil werde dort ein Querdeich entlang des Weges von der Verbindungsstraße Niegripp-Hohenwarthe bis zum Elbdeich gebaut. Dann könne nichts mehr passieren. "Wenn dann nochmal der Deich wie 2013 bricht, haben wir den Querdeich, der alles Wasser aufhält. Dann kann kein Wasser mehr in Richtung Niegripper Schleuse laufen." Reinhard Kürschner fügte an: "Deshalb bin ich bisschen traurig, dass wir das noch nicht geschafft haben, obwohl wir es seit Jahren vorantreiben. Wenn wir diesen Querdeich schon gehabt hätten, wäre überhaupt nichts passiert."

Ein Problem sei hier auch die Bereitstellung von genügend Austauschflächen sowie Flächen für Ersatzmaßnahmen gewesen.

Weiterhin liege jetzt die Entwurfsplanung für die bestehenden Deiche vor. Bis zur Ortslage Niegripp werden die Deiche neu geplant unter dem Aspekt, dass überall eine Berme angebaut werde. Dort laufen aber bereits landseitig am Deich neu gebaute Wege mit Betonspuren entlang. Diese müssten leider komplett aufgenommen werden. Der Beton werde recycelt und könne möglicherweise als Unterbau für die neuen Wege verwendet werden.

Auf die Berme komme dann der befestigte Deichverteidigungsweg mit Asphaltdecke, in Ausnahmen auf Wunsch der Beteiligten vielleicht auch als Betonspurweg. Diese Wege werden dann auch für die Landwirtschaft freigegeben.

In der Ortslage Niegripp werde zunächst nichts gemacht. Perspektivisch müsse der Deich dort aber auch angefasst werden, jedoch gebe es erstmal wichtigere Abschnitte: Im Bereich Schartau gab es beim Hochwasser 2013 teilweise nur noch einen ganz geringen Freiraum, dort war der Deich deshalb auch aufgekadet worden. Dieser Abschnitt sei jetzt ganz oben auf der Prioritätenliste und dieses Jahr auch in der Planung. "Ich denke, dass wir nächstes Jahr dort schon bauen."

Der Bereich gehe bis zur Fährstraße Rogätz. "Unterhalb der Fährstraße werden wir auch bauen, weil das ebenfalls ein gefährdeter Abschnitt war. Da hatten wir beim Hochwasser viele Quellkaden bauen müssen, weil Drängwasser ausgetreten ist."

Als Maßstab gelte: Die Hochwasser-Anschlaglinie 2011 plus ein Meter Freibord plus eventuell noch ein Sicherheitszuschlag, der variabel ist. Wie hoch dieser im Einzelnen ausfallen wird, daran werde noch gearbeitet.

Wichtig sei, zügig voranzukommen, "solange alles noch frisch ist in den Köpfen", denn für die Deichsanierung nach neuestem Standard werde wesentlich mehr Fläche gebraucht, vor allem bedingt durch die Berme. Dazu sind Verhandlungen mit vielen Flächeneigentümern notwendig.

Reinhard Kürschner unterstrich noch einmal, dass auch alle anderen Deichabschnitte, die jetzt noch nicht Priorität haben, künftig ebenfalls entsprechend ausgebaut werden. Das gelte unter anderem für den Bereich Ihleburg/Parchau. "Bis 2020 soll auch da etwas passieren!"