Das Burger Kino ist jetzt digital: Die Filme flimmern nicht mehr von der Filmrolle auf die Leinwand, sondern von einer nur handtellergroßen Festplatte.

Burg l Die Umstellung von der analogen auf die digitale Technik hat reibungslos geklappt, zieht der ehenamtliche Kino-Mitarbeiter Bernd Goldbach eine erste Bilanz. Er gehört zum Verein "Weitblick", der das Burg-Theater seit 2010 betreibt.

Bei der Vorbereitung einer Vorstellung sparen die Vereinsmitglieder nun zwischen 20 und 30 Minuten ein. Denn viele Arbeitsschritte fallen weg: Filmstreifen über mehrere Rollen zum Projektor führen, Saal- und Vorhanglicht dimmen, Musikton auf Filmton umstellen, UFA-Gong betätigen, Projektorlampe zünden, Vorhang öffnen und Filmvorführung starten... "All das wird jetzt automatisiert durch ein Computerprogramm gesteuert", so Goldbach. Der Film kommt auf einer codierten Festplatte ins Kino und wird an einen digitalen Projektor angeschlossen. "Die Festplatte ist so verschlüsselt, dass sie nur für die von uns gebuchte Zeit mit unserem Projektor Daten abspielt. An einem normalen Computer könnte man damit gar nichts anfangen", sagt Bernd Goldbach.

Goldbach weiter: "Die Zeit, die wir durch die Digitalisierung gewinnen, nutzen wir, um die immer größeren Besucherströme weiterhin mit einem optimalen Service in unserer Kinobar bedienen zu können."

Das Kino hatte den Schritt der teuren Modernisierung gehen müssen, um weiter existieren zu können. "Ohne diese Investition hätten wir nur noch ganz wenige Filme überhaupt zeigen können, weil man die meisten Filme heute bereits nur noch digital bekommen kann", erklärt Goldbach. Ein Film wie "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden", der zum Auftakt des "digitalen Zeitalters" im Burg-Theater lief, hätte sonst gar nicht in Burg gezeigt werden können.

61 000 Euro hat das Kino für die neue Technik investieren müssen, mehr als die Hälfte stammt dabei auch Fördermitteln. 25 000 Euro müssen die Vereinsmitglieder aber aufbringen. Dieser Eigenanteil wird aus Rücklagen des Vereins, einer Kreditaufnahme und zwei Spendenaktionen finanziert.

Die Spendenaktion "Aufrunden bitte" richtet sich an die täglichen Kinogäste. Diese werden gebeten, bei der Zahlung ihrer Kinokarte oder Getränkerechnung auf den nächsthöheren Euro-Betrag aufzurunden. Das Geld wird dann zu 100 Prozent zur Finanzierung der Digitalisierung verwendet. Darüber hinaus sollen mit einer "Leinwandspende" weitere finanzielle Zuwendungen erbeten werden.

Für die Kinobesucher hat die Umstellung auf die digitale Technik eindeutig Vorteile: Kratzer auf den Filmrollen, kleine Fehler in Bild und Ton gibt es mit dem digitalen Abspielen der Filme nun nicht mehr. Goldbach: "Alle Besucher und auch wir sind begeistert von der grandiosen Bildqualität und dem neuen, digitalen Dolby-Surround-5.1-Kinosound."

Doch verschwinden wird die alte, analoge Technik auch nicht ganz: "Wir behalten einen der alten Projektoren, damit wir auch in Zukunft Filmklassiker von der Filmrolle zeigen können, die es digital nicht gibt", sagt Bernd Goldbach.