Mehrheitlich hat der Stadtrat beschlossen, den Bebauungsplan für das Baugebiet an der Großen Gartenstraße auszulegen. Damit ist ein Schritt für die Bebauung des Geländes der Roten Schule getan. Allerdings ist das Gelände Überflutungsgebiet.

Gommern l Mit zwei Gegenstimmen wurde beschlossen, dass die Pläne für das Baugebiet "Große Gartenstraße" ausgelegt werden sollen. Gabriele Stottmeister, stellvertretende Stadtratsvorsitzende, hatte vor der Abstimmung versöhnlich zusammengefasst: "Beim Auslegen werden alle Träger der öffentlichen Belange ja noch einmal befragt." Denn das Baugebiet, das ehemalige Gelände der Roten Schule, ist nach dem "HQ100" Überflutungsgebiet. "HQ100" gibt einen Wert eines Pegels an, der statistisch gesehen einmal im Jahrhundert erreicht oder gar übertroffen wird.

Daraufhin sei die Bebauungsfläche auf dem Areal auf 30 Prozent zusammengestrichen worden, erläuterte Sylvia Tetzlaff. Damit würden im Hochwasserfall vor allem öffentliche Flächen überschwemmt werden.

Die Bauherren müssten unterzeichnen, dass sie über diesen Umstand aufgeklärt worden seien und außerdem müssten die Fußböden der unteren Etagen mindestens dem Wert des HQ100 entsprechen.

Das sei nicht genug, fand Stadtrat Eberhard Schopp. "Die müssen den Fußboden so hoch machen, wie das Wasser reicht. Damit steht das Haus aber tatsächlich im Wasser." Nur die Wohnstube saufe nicht ab. Hochwasser sei nicht kontrollierbar und das HQ100 "findet auch nicht erst in 100 Jahren statt." Er ließ im Protokoll vermerken, dass er dagegen stimme und tat das bei der Abstimmung auch.

Eckhard Camin erhielt als Vertreter der Wohnungsgenossenschaft Rederecht. Die Genossenschaft wolle dort bauen, "eigentlich 50 Wohnungen, jetzt werden es wohl nur 25 oder 30."

Er betonte, dass die Nachfrage nach den Wohnungen sehr hoch sei und es darüberhinaus Interessenten für Baugrundstücke gebe, trotz der Ausweisung als Überflutungsgebiet. "Wir gehen mit jeglichen Auflagen mit, die Nachfrage ist immer noch da." Geplant seien Mehrgenerationenhäuser.

Für die Bebauung stehe eine Genehmigung des Landkreises aus, informierte Sylvia Tetzlaff. Die Räte entschieden sich, einen Beschluss zu fassen, um damit gegenüber dem Landkreis den Willen für das Bauvorhaben zu bekunden.