Möser/Schermen/Pietzpuhl l Wie die Vertreter des Windkraftanlagenbauers Boreas Hans-Joachim Bulwan, Thomas Scholz und Michael Schneller auf der Schermener Ortschaftsratssitzung beziehungsweise auf der Gemeinderatssitzung vor einigen Tagen informierten, würde sich das Eignungsgebiet parallel der Autobahn in Richtung Burg befinden. Dort könnten auf einer Fläche von rund 129 Hektar unter der Berücksichtigung der relevanten Abstandflächen sechs weitere Windräder errichtet werden.

Die planerische Grundlage würde die Aufstellung eines Bebauungsplanes bilden, der die Baugrenzen fixiert. Betroffen sind die Gemarkungen von Schermen und Pietzpuhl.

Die Schermener Ortschaftsräte machten den Boreas-Vertretern deutlich, dass die Schermener, die die Räder unmittelbar vor den Augen hätten, schon mit einer Art Entschädigung rechnen würden. Über die konkrete Ausgestaltung dieser Bitte konnten Michael Schneller und Hans-Joachim Bulwan keine konkreten Aussagen treffen. Sie verwiesen darauf, dass mit dem Bau solcher Anlagen umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen verbunden sind. So könnten Flächen der Gemeinde entsiegelt oder neu bepflanzt werden. Das Unternehmen wolle künftig auch verstärkt als Stromanbieter agieren. So könnte man den Bürgern vor Ort kostengünstigeren Strom anbieten. Erste Schritte in dieser Richtung würden getan.

Die Erweiterung des Windparkes um Schermen sei möglich geworden, weil der große Schorstein des Burger Heizkraftwerkes gesprengt worden ist. Nun könnten die Flieger des Flugplatzes Burg in eine andere Richtung starten. Ein großes Feld für neue Windräder wird frei.

Das gesamte Vorhaben wird durch einen so genannten Städtebaulichen Vertrag rechtlich gesichert. Auf diese Weise entstehen der Gemeinde keine Kosten für die Planungsleistungen. Das Dokument fixiert aber auch Leistungen des Unternehmens für die Gemeinde. Darüber konnten die Boreas-Vertreter allerdings keine Auskünfte geben. Die Schermener wissen jedoch, dass mit umfangreichen finanziellen Zahlungen der Anlagenerrichter einst der Bau der Sporthalle ermöglich werden konnte, ohne Fördermittel in Anspruch zu nehmen. "Windgeld" floss auch in den Bau der Kindertagesstätte "MS Piratenclub". In Anbetracht dieser Erfahrungen und der Einsicht, dass die Gemeinde jeden Euro braucht, stimmten die Schermener Ortschaftsräte der Aufstellung eines Bebauungplanes ebenso zu wie die Gemeinderäte. Pietzpuhl erörtert das Thema am 19. Mai.

Nach Volksstimme-Informationen sind für die bei Schermen gebauten acht Windräder im ersten Jahr 20 000 Euro je Rad gezahlt worden, in den nächsten Jahren jeweils 10 000 Euro. Diese Beträge werden als investive Zulagen bezeichnet. Gewerbesteuer würde erst fließen, wenn die Anlagen beginnen rentabel zu werden. Das sei nach etwa elf Jahren der Fall. Jedoch würden auch Gewerbesteuern auf den Gewinn anfallen, wenn die Anlagen verkauft werden. Das sei in Schemen der Fall gewesen. Die acht Windanlagen gehören seit einigen Jahren dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich.