Möckern l Bereits im Februar hatte sich der Vorstand der Kreisseniorenvertretung (KSV) in Möckern vorgestellt. Im Kulturausschuss hatte der KSV-Vorsitzende Karl-Heinz Koszior angekündigt, alle Senioren der Einheitsgemeinde zu einer Informationsveranstaltung einzuladen. Doch die Resonanz auf die Veranstaltung am gestrigen Tag war mehr als bescheiden: Gerade mal sieben Teilnehmernamen standen auf der Liste derer, die sich für eine solche Seniorenvertretung in Möckern interessieren.

Dennoch glauben alle Beteiligten daran, dass es eine Stadtseniorenvertretung für Möckern geben sollte und geben wird. "So schnell lichten wir nicht unsere Anker", sagt Koszior und bietet die Unterstützung seines Kreisverbandes an. "Wichtig ist jedoch, dass die Stadtverwaltung mitzieht", glaubt Koszior. So sei das auch auf Kreisebene. Hier hat der Kreistag des Jerichower Landes schließlich erst die Mitglieder des Kreisseniorenverbandes berufen. Auch auf städtischer Ebene wäre das letztlich nötig, wenn es einen Stadtverband geben soll.

"Die Stadt Möckern wird unterstützen, wo es geht", sicherte Stadtbürgermeister Frank von Holly zu. Das könnte etwa die Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten für die Treffen sein. Wichtiger aber ist, dass sich Senioren erst einmal finden, die an einer solchen Gruppierung interessiert sind und tatsächlich mitmachen.

"Es geht nur, wenn die Senioren wissen, was sie eigentlich wollen, sie sich selbst organisieren und sich einer den Hut aufsetzt", weiß Koszior. In dieser Findungsphase befände man sich jetzt. "Es ist ein langer Weg, der viel Klinkenputzen erfordert", weiß Koszior aus anderen Regionen. In Genthin gibt es inzwischen einen Stadtverband. In Burg und Möser laufen die Vorbereitungen zur Gründung von Stadtseniorenvertretungen.

Wozu aber sind die gut? Der Anteil der älteren Mitbürger wird immer größer, dennoch haben Senioren oftmals keine Lobby.

Das mag verwundern, wenn man den Altersdurchschnitt in den entscheidenden Gremien der Kommunen sieht: "Der Alterdurchschnitt liegt dort bei 55 und älter", sagt Frank von Holly: "Die Interessen dieser Generation könnten also durchaus in Ortschaftsrat und Stadtrat zur Sprache kommen. Dennoch sind es andere Themen, die behandelt werden und im Haushalt wird das meiste Geld in Kinder- und Jugendarbeit gesteckt, nicht in den Bereich der Senioren."

In Regionen, wie Elbe-Parey, wo eine Ortsgruppe schon gut funktioniert, treffen sich die Senioren in loser Folge, mal zu Beratungen, mal zum Tanzen. Aber immer, um das soziale Miteinander zu erhalten und dafür zu sorgen, dass ältere Menschen im Alter nicht alleine sind. Nicht selten verschaffen sich die Organisationen auch Gehör im Stadtrat.

Die Stadtseniorenvertretung könnte der Generation "60plus" ein Sprachrohr in die Hand geben, und das besonders in einer Region, in der es nur wenige oder kaum andere Organisationsstrukturen für Rentner gibt. Koszior macht deutlich: "Wir sind keine Konkurrenz zur Volkssolidarität."

Mit Blick auf die leeren Reihen am Mittwoch mochte sich die Frage aufdrängen: "Wozu denn eine Seniorenvertretung, wenn schon zur Auftaktveranstaltung keiner kommt." Doch die im Stadthallenfoyer Versammelten waren sich einig: "Nur weil noch keine große Resonanz da ist, bedeutet das nicht, dass kein Interesse herrscht."

Es wird weitere Einladungen geben, in denen Arbeitsgruppen ausloten sollen, mit welchen Vorstellungen sich Senioren in Möckern organisieren könnten. Die Volksstimme wird rechtzeitig über weitere Veranstaltungen in der Stadt informieren.