Der Laga-Ausschuss des Burger Stadtrates hat am Montagabend die Entwurfsplanung für den Weinberg beschlossen. Das Büro relais stellte das Konzept ausführlich vor.

Burg l Den Stadtbalkon als höchste Erhebung von Burg zu beplanen, ist eine besondere Herausforderung - allein schon wegen der Höhenunterschiede. Auch deshalb steht das Vorhaben unter der Überschrift "Inszenierung einer Topografie". Die Fläche ist mit knapp zwei Hektar nicht übermäßig groß, beinhaltet aber ein verschieden gelagertes Terrain mit dem Weinberg selbst, dem Areal unter dem Wasserturm und westlich der Ihle von Unterm Hagen bis zur Bergstraße.

Mit dem nun vorliegenden Konzept ist auf jeden Fall eine Anbindung der Ihle zur Gesamtfläche vorgesehen - mit Uferpark, Hanglage (Weinanbau) und Plateau. Weil das Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Samuel Aston mit einbezogen und auf diese Weise an die Industriegeschichte der Stadt erinnert werden soll, entsteht eine direkte Flaniermeile mit einem Uferweg, erläuterte Planer Gero Heck. "Ein verästeltes Wegesystem soll einladen, das Areal zu erkunden", sagte der Experte. Dies soll sich auch in der Art der vorgesehenen Materialien widerspiegeln. Die Fläche unterhalb der Rebstöcke wird vermutlich nicht wiederzuerkennen sein. Allein schon deshalb, weil beispielsweise in der Nähe des Schornsteins, der saniert und damit auch künftig eine Brutstätte für Adebar sein wird, ein Spielplatz entsteht. Quasi als Verbindung zum Schornstein mit turmähnlichen Geräten und weiteren Sitzgelegenheiten. "Eine Familie von Türmen mit einer Höhe von sechs und vier Metern ist ideal, um die Schornsteinsituation spielerisch einzufangen", erläuterte Heck.

Während kleinere Natursteinwänder als Abgrenzungen der einzelnen Flächen dienen sollen, "geht es auch darum, dass Besucher Lust bekommen, höher zu steigen und den Berg erkunden". Dies könnte unter anderem dadurch gelingen, dass hoch oben ein Gipfelgarten mit Kräutern und Stauden angelegt wird. Selbstredend, dass im Rahmen des Konzeptes auch der Weinanbau, der erstmalig 1519 erwähnt wurde, ins Auge fallen soll. "Wir wollen das Bild einer regelgerechten Weinpflanzung erzeugen", kündigte Gero Heck an. Dieser Bereich soll überplant werden, um ihn besser begehen zu können.

Der Laga-Ausschuss stimmte den Planungen zu. Ausschussvorsitzender Dr. Udo Vogt sprach sich dafür aus, bereits jetzt das Nachnutzungskonzept zu entwickeln. "Wir müssen uns rechtzeitig darüber verständigen, was wir stemmen können." Das Gremium regte an, die Gehölzarten variabel einzusetzen und um Kosten und Pflegeaufwand zu sparren, gegebenenfalls die Anzahl der Rebstöcke zu verringern. Eine Gegenüberstellung der Kosten von Natursteinpflaster und Klinker ist ebenso vorgesehen wie Gespräche mit dem Wasserverband, inwieweit das Areal um den Wasserturm eingebunden werden kann.