Gemeinsam mit vielen Gästen, darunter Vertreter von 14 anderen Clubs, haben die Mitglieder des Rotary-Clubs Burg-Genthin am Sonnabend im Kloster Jerichow das 20-jährige Bestehen ihres Clubs begangen.

Jerichow l Vor 20 Jahren fand die Charterfeier des Clubs in Möckern statt, erinnerte Präsident Rainer Aumann. "Damals wurden hier die Clubs neu- oder wiedergegründet, die jahrzehntelang verboten waren." Heute zählt der Rotary-Club Burg-Genthin 33 Mitglieder aus den verschiedensten Bereichen. "Das Schöne ist, dass sie alle Ideen haben, anpacken und da sind, wenn sie gebraucht werden - obwohl eigentlich keiner Zeit hat."

Dadurch ist in den zwei Jahrzehnten viel geleistet worden, wobei das soziale Engagement Kern der Tätigkeit ist - lokal, regional als auch international. "Wir unterstützten Musikschulen, Kindergärten, Jugendklubs, veranstalteten hochkarätige Konzertveranstaltungen, führten gemeinsame Fahrten mit Bewohnern von Pflegeheimen durch, pflanzten sogar ganze Wälder, betreuen Bildungsprojekte in Afrika, leisten Unterstützung in Katastrophengebieten und vieles mehr."

Zwei große Projekte standen in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt. Zum Einen sei das der internationale Jugendaustausch, der der Völkerverständigung dient. Über 35 Schüler seien schon in verschiedene Länder der Welt geschickt worden, ebenso viele Gastschüler wurden hier aufgenommen. Ein großes Dankeschön gelte dabei den Gasteltern, die die Schüler für jeweils vier Monate aufnehmen. Danach werde gewechselt, damit die jungen Leute viel kennenlernen.

Das zweite Projekt ist das Schulprojekt in Tansania. Darüber berichtete Lásló Szabó von der Hochschule Friedensau, der mehrfach mit vor Ort war, und zeigte viele beeindruckende Bilder. Es gehe hierbei um Hilfe zur Selbsthilfe: "Wir wollen helfen, den Wert der Bildung zu erkennen." Denn in den abgelegenen Dörfern haben die Kinder kaum Chancen auf Bildung und damit auf Anschluss an die Gesellschaft. Wenn sie alt genug sind, weit entfernte Schulen zu besuchen, wären sie bereits viel zu alt. Deshalb werden mit der Unterstützung von Rotary in den Dörfern Vorschulen gegründet. "Die Akzeptanz ist sehr gut, die Menschen sind herzlich", berichtete Szabó.

Während der Festveranstaltung, die von Martina von Witten moderiert wurde, ist um Spenden für dieses Projekt gebeten worden. Zusammengekommen seien etwa 2 000 Euro, sagte gestern Rainer Aumann. "Davon kann ein ganzes Jahr lang ein Lehrer bezahlt werden, mit allen Nebenkosten!"

Anstelle des derzeitigen Governors des Distrikts 1800, Frank Ehlers, war der zukünftige, der ab 1. Juli das Amt an der Spitze von 77 Clubs in Ost-Niedersachsen und Sachsen-Anhalt übernimmt, gekommen: Günther Strube vom RC Lüneburg. Er nannte einige Fakten zum Wirken von Rotary weltweit.

Gründungsclub des RC Burg-Genthin ist der RC Langenhagen-Wedemark. Dessen Präsident Joachim Erdmann bescheinigte dem RC Burg-Genthin eine gute Entwicklung und erzählte: "Wir haben sehr viel gemeinsam gemacht!"

Der internationale Jugendaustausch wurde von Schülern sehr eindrucksvoll vorgestellt: Gastschülern aus Japan und den USA sowie deutschen Schülern, die im Ausland waren oder noch dorthin fahren.

Musikalisch begleitet wurde die Jubiläumsfeier vom Trinitatisensemble - zunächst beim Empfang im Malzkellersaal, dann in der Klosterkirche, wo Pater Andreas Struck die Festrede hielt. Er ist Prämonstratenser, also Mitglied des Ordens, der einst das Kloster Jerichow gegründet hat, und zugleich Mitglied im Rotary-Club Magdeburg. Er brachte den Zuhörern die Geschichte der Klosteranlage näher.

Der Rotary-Club Burg-Genthin wird sich in der Zukunft weiterhin den beiden großen Projekten "Jugendaustausch" und "Schulen für Tansania" widmen, aber auch neues in Angriff nehmen, kündigte Rainer Aumann an. Dazu zählt die Unterstützung von jungen Leuten, einen passenden Job zu finden: Hierzu hatte Dr. Gordon Heringshausen in Genthin bereits Workshops durchgeführt. "Das Coaching bei der Bewerbung ist ein neues Feld für uns", erklärt Aumann.

Weltweit sei Rotary zum Beispiel führend in den Bemühungen, die Kinderlähmung auszurotten. "Rotary war Initiator dazu!" Fast sei das Ziel schon erreicht worden, jedoch immer dort, wo es Krisenherde gibt und die Impfung vernachlässigt werde, tauchen wieder Polio-Fälle auf, erklärt Rainer Aumann.

Noch weitere Projekte werden sicher dazu kommen. Wichtig sei aber stets, dass es etwas Gemeinnütziges ist.

   

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