In Möckern ist am Montag mit dem dritten Bauabschnitt der Sanierung der Stadtkirche St. Laurentius begonnen worden. Für etwa 180 000 Euro muss noch der Kirchturm saniert werden.

Möckern l Presslufthämmer lösen seit Wochenbeginn den verwitterten Putz von der Feldsteinmauer des Kirchturmes. Er ist der älteste Teil des Gotteshauses. In den zurückliegenden über acht Jahrhunderten ist einiges an der Stadtkirche Möckerns so marode geworden, dass die Sanierung unumgänglich wurde.

Was vor fast zehn Jahren begann, soll Ende des Jahres abgeschlossen sein, geben sich die Projektplaner optimistisch. Eine feierliche Einweihung der komplett sanierten Laurentiuskirche ist jedoch erst für den Mai 2015 geplant.

Fördervereinsgründung im Jahr 2006

Die Idee, die Möckeraner Kirche gründlich zu sanieren, reifte im Jahr 2005 zu einem handfesten Plan heran. 2005 wurde auch ein Förderverein gegründet, dessen Aufgabe es war, die erforderlichen Eigenmittel einzuwerben. Und dieser Aufgabe sei der Verein in erstaunlich hohem Umfang nachgekommen, lobte der mit dem Projekt beauftragte Architekt Dr. Friedhelm Ribbert die Vereinsarbeit: "So ein hohes bürgerliches Engagement erlebe ich nicht oft bei meiner Arbeit. Ohne den Förderverein wäre das Projekt gar nicht möglich gewesen." Dieses Kompliment wurde am Dienstagvormittag bei einer Baubesichtigung gleich weitergereicht, denn die Fördervereinsvorsitzende Anne Sümke ist sicher, dass es auch ohne das Engagement des Schirmherren Markus Kurze nicht gegangen wäre: "Markus Kurze öffnete Türen zu Fördermittelgebern und ermöglichte so die Einwerbung größerer Summen. Wenn irgendwo Fördermöglichkeiten auftauchten, hat er uns sofort informiert." Man einigt sich schnell: Es war ein tolles Gemeinschaftsprojekt, bei dem vor allem die vielen Spender nicht ungenannt bleiben dürfen.

Der Verein hatte in den zurückliegenden Jahren mit teils außergewöhnlichen Aktionen insgesamt gut 100 000 Euro einwerben können. Die Vereinsmitglieder hatten es zudem verstanden, den Bürgern Möckerns deren Stadtkirche auch als kulturhistorisch bedeutenden und kulturstiftenden Ort nahezubringen.

Drittmittel gab es auch für den dritten Bauabschnitt wieder von Lotto-Toto. "Mit den 45 000 Euro von Lotto-Toto wurde es erst möglich, das Vorhaben gut zu Ende bringen zu können", freute sich bei der Baubesichtigung Markus Kurze. Der Schirmherr des Sanierungsprojektes hatte beim Vergabeausschuss um eine erneute Berücksichtigung der Möckeraner Kirche geworben. Natürlich hatte auch die Kirche selbst wieder viel Geld in den dritten Bauabschnitt investiert: Die Kirchengemeinde beteiligt sich mit 15 000 Euro, der evangelische Kirchenkreis Elbe-Fläming und die evangelische Landeskirche mit jeweils 40 000 Euro, berichtet der Möckeraner Pfarrer Martin Vibrans. Mittel aus dem Städtebau-Programm standen - anders als in den Vorjahren - diesmal nicht zur Verfügung.

Insgesamt werden die tatsächlichen Kosten für die in drei Bauabschnitten erfolgte Sanierung der Laurentius-Kirche mit knapp einer Million Euro angegeben. Anders als bei Großprojekten in anderen Städten Deutschlands liegt man in Möckern damit exakt im Rahmen der ursprünglichen Planung, sagt der Architekt vom Magdeburger Büro Dr. Ribbert, Saalmann und Partner: "Wir hatten damals mit 969 000 Euro gerechnet."

Die Zahlen verstehen sich ohne den Gemeindehausneubau, der auch nicht Gegenstand der Spendensammlungen gewesen ist.

Das zu Beginn gesteckte Ziel, in drei Jahren mit der Sanierung fertig zu werden, erwies sich jedoch schnell als illusorisch. Auch, weil nicht in jedem Jahr das nötige Geld da war. So verlangten etwa andere Sanierungen im Kirchenkreis weitaus nötiger nach den begrenzt zur Verfügung stehenden Finanzen. In Möckern machte man drei Jahre Baupause. Zu diesem Zeitpunkt waren der Chorraum und das Kirchenschiff in zwei Bauabschnitten schon komplett saniert worden.

Turm vor Schwingung der Glocke schützen

Nun sollen im abschließenden Bauabschnitt der Turm neu verfugt und beschädigte Steine ausgetauscht werden. Der Turm wird danach so verputzt, dass die Feldsteine noch zu sehen sind. Das entspricht dann vermutlich nicht dem mittelalterlichen Originalzustand, so Architekt Ribbert. Innen soll die Treppe teils erneuert werden. Auch der Glockenstuhl verlangt nach einer Behandlung. "Der Glockenstuhl muss vom Mauerwerk gelöst werden, damit sich die Schwingungen nicht auf das Mauerwerk übertragen, erklärt Pfarrer Vibrans.

Auch das direkte Umfeld des Gotteshauses soll noch verschönert werden. Angedacht ist, den Zaun an der Kirchstraße in seiner ursprünglichen Ansicht wieder herzustellen.

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