Es kommt zur Stichwahl im Jerichower Land. CDU-Landratskandidat Lutz-Georg Berkling wird gegen den Kandidaten der SPD, Steffen Burchhardt, antreten. Der amtierende Landrat Lothar Finzelberg landet nur auf Platz 4.

Burg l Jeder vierte Wähler im Jerichower Land hat sein Kreuz bei Lutz-Georg Berkling (CDU) gesetzt. Mit mehr als 26 Prozent liegt er vor Steffen Burchhardt. Der SPD-Landratskandidat konnte fast 20 Prozent der Wähler überzeugen. Wer für die nächsten sieben Jahre Landrat wird, entscheidet jetzt die Stichwahl am 15. Juni.

Der amtierende Landrat Lothar Finzelberg ist mit weniger als 15 Prozent und rund 5000 Stimmen weit abgeschlagen. Der umstrittene Kommunalpolitiker wurde wegen Falschaussage vor dem Untersuchungsausschuss verurteilt. Die Revision steht aus. Im März hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Finzelberg im Fall Bestechung und Steuerhinterziehung erhoben.

"Ich denke, dass auch dieses Thema die vielen Menschen an die Wahlurne gebracht hat", sagt Steffen Burchhardt. Er ist überrascht, "dass der Amtsinhaber so deutlich abgestraft wurde". Die Wahlbeteiligung im Kreis lag bei 46 Prozent. Dass die fast 9000 Wähler sich für Berkling entschieden haben, hat dem CDU-Mann bewiesen: "Wir haben den richtigen Wahlkampf gemacht und mit den Menschen geredet." Genau das stehe jetzt in den kommenden drei Wochen wieder an.

Die Themen, die der ehemalige Kreisverwaltungsmitarbeiter angehen will, sind die Ab- fallentsorgung und die Vergabe des Rettungsdienstes. So detailliert festlegen will sich sein Gegner nicht. Steffen Burchhardt: "Erstmal werde ich viel analysieren und vor allem die Leute einbeziehen, es gibt keinen Schnellschuss."

An erster Stelle will der 32-jährige Ökonom das Vertrauen in der Kreisverwaltung aufbauen, "wieder ein positives Gefühl erzeugen". Was ihn von seinem CDU-Kontrahenten unterscheidet? "Ich will nicht den dominanten Weg gehen, auch wenn Entscheidungen dadurch vielleicht schneller und leichter gefällt werden, sondern die Meinung der Bürger einholen und den Kreistagsmitgliedern Zeit zum Diskutieren geben." Als Vater von zwei Söhnen habe er die langfristigen Ziele im Blick.

Lutz-Georg Berkling ist der Meinung, dass der Wähler die Vorteile der beiden Kandidaten selbst herausfinden muss. War es für die Wähler im Kreis eine Partei- oder eine Personenentscheidung? "Bei Kommunalwahlen ist das immer eine Mischform, aber ich denke, wir haben deutlich gemacht, dass ich als CDU-Kandidat die Ziele der Partei vertrete", antwortet der Jurist.

An der Stichwahl vorbeigeschlittert ist Harry Czeke (Die Linke) mit 16 Prozent. "Die Stichwahl war mein persönliches Ziel." Lothar Finzelberg war am Wahlabend nicht zu erreichen.