Am 2. Juli wird in Heyrothsberge zum ersten Mal ein Versammlung stattfinden, auf der sich eine kommunale Interessenvertretung formiert: die konstituierende Sitzung des Ortschafsrates. Gestern wurden seine sieben Mitglieder gewählt.

Heyrothsberge l Noch nie hat Heyrothsberge einen eigenen Gemeinderat gehabt, weiß das Heyrothsberger Urgestein Kurt Sattler. Ja, einen Ortsvorsteher, den gab es, das belegen Dokumente. Aber einen Rat gab es nie. Damit hatten die 858 Heyrothsberger Wahlberechtigten gestern die Chance, eine historische Premiere zu feiern. Viele kamen schon in den Morgen- und Vormittagsstunden in das Wahllokal im Feuerwehrgerätehaus. Gegen 15 Uhr hatten rund 30 Prozent von ihnen ihr Votum abgegeben.

Auch für den Ortschaftsrat. Kurt Sattler und Heiner Riethmüller gelten als die Aktivisten dieser Wahl. Vor allem Sattler, der bereits über 70 ist, sprach viele Heyrothsberger persönlich an, ob sie nicht für den Rat kandidieren möchten. Riethmüller ist Mitglied einer überparteilichen Wählervereinigung, die potenzielle Heyrothsberger für die Mitarbeit im Rat geworben hatte.

Insgesamt 14 Bewerber gab es um die sieben Plätze im neuen Ortschaftsrat. Das ist beachtlich, wenn man an die Historie dieses Rates zurück denkt. Kurt Sattler weiß es noch ganz genau: "Viele Heyrothsberger haben es damals, als diese Zusage vor rund fünf Jahren im Vertrag zur Bildung der Einheitsgemeinde Biederitz geschmiedet wurde, nicht geglaubt, dass es auch dazu kommen würde. Wir sollten nur zur Unterschrift verführt werden." Aber es ist Wort gehalten worden, wendet Gemeindebürgermeister Kay Gericke ein und fügt hinzu, dass die große Bereitschaft, als Kandidaten anzutreten, belege, dass die Demokratie lebe.

Dass sie lebe, wollen auch Riethmüller und Sattler. Ein Rat allein könne nichts bewirken. Er brauche den Anstoß der Heyrothsberger. "Die müssen uns sagen, was wir für sie tun sollen und was sie haben wollen", macht Sattler deutlich.

Heyrothsberge ist bisher durch Biederitz mitverwaltet worden.