Burg/Genthin l 34 Prozent der Stimmen - 14 Sitze: Die CDU bleibt stärkste Partei des Kreistages. Die Christdemokraten legten gegenüber der Wahl von 2007 um mehr als vier Prozentpunkte zu. "Wir sind zufrieden, haben unser Ziel, stärkste Partei zu werden, erreicht", sagte Kreisvorsitzender Gerd Mangelsdorf gestern zur Volksstimme. Er sieht die Arbeit seiner Fraktion bestätigt: "Unsere Politik ist bei den Menschen angekommen und von ihnen verstanden worden."

Der neue Kreistag ist kleiner geworden. Jetzt gibt es nur noch 42 Sitze. Zuvor waren es 47. Größter Verlierer sind die Sozialdemokraten. Die SPD büßt 4,3 Prozent ein, kommt jetzt nur noch auf 21,2 Prozent der Stimmen. Noch schlimmer wiegt jedoch der Verlust des Fraktionsvorsitzenden. Der Landtagsabgeordnete Matthias Graner hat den Sprung in den Kreistag verpasst. "Das ist der Wermutstropfen an einem ansonsten sehr ordentlichen Wahlsonntag", sagt Landratskandidat Steffen Burchhardt. Er gehört mit mehr als 2500 Stimmen zu den Kandidaten mit den besten Ergebnissen. Über die Gründe für Graners Aus mutmaßt Burchhardt: "Er war der Mann, der die kritischen und ungemütlichen Themen angefasst hat, damit macht man sich eben nicht nur Freunde." Burchhardt sieht in dem Wahlergebnis auch ein Signal für seine Partei: "Wir befinden uns in einer Phase der Erneuerung." Graner erklärte: "Das Ergebnis ist für die SPD, auch für mich persönlich, eine Enttäuschung. Wir werden trotzdem unbequeme Themen ansprechen, auch wenn sie nicht hoch in der Wählergunst stehen."

Erfreulich ist die Wahlbeteiligung. Fast 39000 Wähler haben am Sonntag ihre Stimme in einem der 104 Wahlbezirke des Jerichower Landes abgegeben - 48,1 Prozent. Das ist im Vergleich zu 2007 eine Steigerung um 11,8 Prozent.

Außerordentlich hoch ist der Anteil der Wählergemeinschaften. Erfolgreichste Gruppierungen sind die Freien Wähler/Endert mit 4,9 Prozent und die Wählergemeinschaft Jerichow (4,4) um den dortigen Bürgermeister Harald Bothe. Er wird mit Jerichows Ortsbürgermeister Andreas Dertz in den Kreistag einziehen. Beide wohnen im kleinen Ortsteil Klietznick. Bothe sagte gestern: "Wir freuen uns über das Ergebnis, es bestätigt unsere ordentliche Arbeit." Die größte Überraschung der Kommunalwahl aus seiner Sicht: "Ich hätte Herrn Czeke bei der Landratswahl nicht so weit vorn erwartet."

Mit dem Tucheimer Namen Rawolle ist die Ländliche Wählergemeinschaft wiederum im Kreistag vertreten. In der Vergangenheit hatte der Agrargenossenschaftsvorsitzende Helmar Rawolle den Kreistagssitz inne, jetzt hat ihn Sohn Sören übernommen.

Die meisten Stimmen bekam der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Kurze. Auf der anderen Seite genügten Mike Kissel von den Freien Wählern/Endert lediglich 261 Stimmen für den Kreistagseinzug. Er profitierte von den mehr als 1800 Stimmen, die sein Gemeinschaftsvorsitzender Frank Endert auf sich vereinigen konnte.

1. Markus Kurze (CDU)5644

2. Jörg Rehbaum (SPD)4501

3. Gerd Mangelsdorf (CDU)2848

4. Harald Bothe (Jerichow)2579

5. Wolfg. Bernicke (Linke)2557

6. St. Burchhardt (SPD)2538

7. Matthias Fickel (CDU)2488

8. Kay Gericke (SPD)2262

9. Barbara Bester (Linke)2116