Mehr als die Hälfte der 9330 Wahlberechtigten haben am Sonntag ihre Stimme abgegeben. 740 Bürger hatten Briefwahl beantragt. Für Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein ist das eine gute Quote. Auf den neuen Stadtrat sei er gespannt.

Gommern l Es ist kurz nach halb elf Uhr abends am Wahltag, als die Wahlhelfer im Gommeraner Wahllokal Waldkindergarten die Urne für die Stadtratswahl auskippen. "Zwei Stunden werden wir sicher brauchen", sagt Wahlhelferin Gitta Lorenz. Von den drei vorherigen Auszählungen hat sie genug Erfahrung, das einschätzen zu können. Während dessen nimmt Bürgermeister und Wahlleiter Jens Hünerbein im Wahlbüro im Rathaus II noch Schnellmeldungen an. Im Flur stehen schon die ersten Wahlhelfer aus Ladeburg, Prödel und Menz und wollen die Wahlunterlagen überprüfen lassen. Die kleineren Ortschaften sind schneller ausgezählt, "wir warten noch auf die großen", sagte Hünerbein. Damit meint er die drei Gommeraner Wahllokale und das Briefwahllokal, das im Versammlungsraum des Rathauses eingerichtet ist. Es ist nachts um halb vier, als alle Ergebnisse ausgezählt, bestätigt und auf der Stadtwebseite hochgeladen sind.

Entsprechend müde ist Hünerbein am Tag danach. Aber er ist auch zufrieden mit dem reibungslosen Verlauf der Wahl. "Vielen Dank an alle freiwilligen Helfer und dass sie so lange bei dieser Mammut-Wahl mitgeholfen haben", sagt er.

Zum Ergebnis der Stadtratswahl sagt er: "Es ist eine interessante neue Mischung." Er wünsche sich auch mit dem neuen Stadtrat eine konstruktive Zusammenarbeit. Die Wahlbeteiligung nannte er in Ordnung.

Die Zusammensetzung des Gremiums erklärt Ines Teubner wie folgt: "Zunächst werden die Stimmen an die Listen vergeben. Die Liste mit den meisten Stimmen schickt die meisten Kandidaten in den Rat." Das kann dann dazu führen, dass Leute im Stadtrat sitzen, die weniger Stimmen haben als solche, die es nicht schafften. Knud Hartstock von der SPD zog mit den wenigsten Stimmen in das Gremium ein - 59. Gleichzeitig hat jedoch Torsten Kahlo auf der gleichen Liste 1249 Stimmen auf sich vereinen können - so viele, wie kein anderer im Rat. Davon profitiert Hartstock. Dennoch ist es für die SPD ein Verlust. Konnte sie in der vergangenen Wahl neun Plätze erlangen, bekommt sie nun nur noch fünf Sitze. Mit neun Sitzen fährt dafür die CDU ein Rekordergebnis ein und ist stärkste Kraft im Gommeraner Rat. Dicht gefolgt von der Freien Wählergemeinschaft Leitzkau-Gommern, die es auf sieben Sitze bringt. Die FDP verliert fünf Sitze und stellt zwei Stadträte. Die Linke bleibt konstant bei drei Räten. Neu dabei sind Bündnis90/Die Grünen und die Freie Wählergemeinschaft Endert JL/Gommern. Sie stellen jeweils ein Stadtratsmitglied.

In den Ortsräten kann es passieren, dass ein Kandidat so viele Stimmen erhält, dass er zwei Sitze einnimmt. Seine stimme zählt aber nur einfach, der andere Sitz bleibt frei.