Die Vehlitzer Feuerwehr ist die älteste in der Einheitsgemeinde. Die Kameraden feierten am Sonnabend das 120-jährige Bestehen der Wehr. Ortsbürgermeisterin Brunhilde Kölbel blickte auf die Geschichte der Truppe zurück.

Vehlitz l Als ihre letzte offizielle Amtshandlung - sie hat für die nächste Periode nicht mehr kandidiert - hielt die Vehlitzer Ortsbürgermeisterin Brunhilde Kölbel die Festrede zum 120-jährigen Bestehen der Ortswehr. Schließlich, so sagte sie, habe sie mit den 40 Jahren als Bürgermeisterin ein Drittel der Zeit der Wehr intensiv begeleitet. Und genossen. Denn: "In all den Jahren habe ich nie ein `Nein` gehört, wenn ich ihre Hilfe brauchte. Die Wehr ist Mädchen für alles, ein richtig schneller Eingreiftrupp", sagte sie. Dabei sei ihre eigentliche Aufgabe ja das Retten, Bergen, Löschen und Schützen. "Und das alles für ein Dankeschön", fügte sie an.

In einem Protokoll der Wehr aus Möckern sei die Vehlitzer Truppe das erste Mal erwähnt worden. Detailliert berichtete die Rednerin aus alten Aufzeichnungen, unter anderem auch, dass 1894 die Landesfeuersozietät plante, freiwillige Wehren einzurichten und sie mit Uniformen, Helmen und Geräten auszurüsten und an Spritzen und Schläuchen auszubilden. Damals hatten sich viele Orte wegen der hohen Kosten gescheut, eine Wehr zu installieren. "Für eine Spritzenmannschaft mit sechs Mitgliedern wurden zwischen 105 und 135 Mark fällig." Darüber, so schob sie ein, würde sich Finanzminister Jens Bullerjahn heute sicher freuen.

Brunhilde Kölbel erinnerte auch an den Kreismeistertitel der Frauen im Feuerwehrsport 1982 und an die vielen Arbeitseinsätze nach dem Feierabend, bei dem auch das Gerätehaus entstanden sei. Die "neue Zeit" nenne sie die Zeit nach 1989. "Wir alle arbeiten und leben mit der Marktwirtschaft. Für viele steht der Arbeitsplatz an erster Stelle. Ich kann das keinem verdenken", sagte die Rednerin. Die Grundbedingungen für eine Wehr sind schwieriger geworden, auch weil viele der Arbeit wegen wegzögen. Zudem werde die Wehr seit 2007 aus Gommern verwaltet. Mit dem Wunsch nach einer vertraunensvollen Zusammenarbeit auch in den nächsten Jahren schloss sie ihre Rede und erhielt tosenden Beifall.

Zuvor hatte Klaus-Dieter Wilsenack vom Landesfeuerwehrverband schon Glückwünsche an die Wehr unter Wehrleiter Jürgen Melle überreicht und die Zeremonie der Fahnenweihe geleitet. Die Wehr hatte sich zum Jubiläum die neue Fahne zugelegt, die anderen Wehren der Einheitsgemeinde haben zur Unterstützung Geld gesammelt. Anschließend feierten die Vehlitzer ein Familienfest auf der Festwiese mit vielen Attraktionen. Die Kameraden aus Karith zeigten einen Löschangriff mit alter Technik, die Gommeraner Kameraden bargen Menschen aus einem Auto. Auf dem Festplatz gab es zudem viele Angebote für die Kinder. Abends versammelten sich die Vehlitzer im Festzelt zum Tanz.

   

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