Burg l Die zwei Bronzetafeln mit den Namen der 57 russischen Bombenopfer des Jahres 1944 sind am sowjetischen Ehrenmal im Goethepark vorerst nicht zu sehen. Wie die Volksstimme in der Sonnabendausgabe berichtete, wurden sie in der vorigen Woche in Anwesenheit von Angehörigen der Rotarmisten enthüllt. Die jungen Soldaten waren damals als Kriegsgefangene in dem Königsborner Wehrmachtslager im Arbeitseinsatz gewesen und dort bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen.

Wie nun interessierte Burger in dieser Woche feststellen mussten, sind die beiden Tafeln am Ehrenmal verschwunden. Wie die Volksstimme von der Stadtverwaltung gestern erfuhr, wurden sie abmontiert und in der Stadtverwaltung eingelagert. Jens Vogler, stellvertretender Bürgermeister und Leiter des Fachbereiches Recht und Ordnung, zur Erklärung: "Diese vorläufige Abnahme geschah in Übereinkunft mit der russischen Botschaft in Berlin. Wenn das gesamte Ehrengelände in Vorbereitung der Landesgartenschau 2018 neu gestaltet wird, bekommen beide Tafeln ihren gebührenden Platz in der erneuerten Anlage. So lange aber verwahren wir die Gedenktafeln."

Das komplette sowjetische Ehrenmal bereitet seit Jahren der Stadtverwaltung Sorgen. Immer wieder werden der Panzer beschmiert oder die angebrachten Erinnerungsplatten. Einige seien schon von Unbekannten gestohlen worden. "Um diesem ungehörigen Vandalismus künftig Herr zu werden, sind wir dabei, eine Kamera an dem Ehrenmal zu platzieren, um Randalierer endlich erwischen zu können", erklärte Vogler in Richtung der Unbelehrbaren. Man wolle damit dem Verlangen von Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) folgen, neuralgische Punkten wirksamer zu überwachen, auch mit Kameras.

Erinnert sei in dem Zusammenhang, dass im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges die Pflege und der Erhalt sowjetischer Ehrenmale von den Kommunen abzusichern ist. Der Passus war 1990 Bestandteil des Einigungsvertrages von Seiten der sowjetischen Regierung, den die Russische Föderation von heute übernommen hat und auf die Einhaltung dringt.