20 Jahre ist es her, dass die erste Frau im Burger Frauenhaus Schutz vor häuslicher Gewalt fand. Zum Jubiläum gestern blickten die Mitarbeiter mit ihren Gästen auf die schwierige Arbeit zurück, die sie für die Opfer leisten.

Burg l Die Tatsache, dass es Gewalt an Frauen gibt, ist kein Grund zu feiern. Das stellt Susann Schuster, Leiterin des Burger Frauenhauses, bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen klar. Jede vierte Frau weltweit sei Opfer von häuslicher Gewalt, erklärt Schuster den Gästen.

Das Frauenhaus bietet einen sicheren Ort für Betroffene und ihre Kinder. Ein Grund, um stolz zu sein. "Eine schwierige Arbeit leisten wir jeden Tag", betont Schuster, die das Frauenhaus seit 2010 leitet. Sie richtet ihre Worte nicht nur an die offiziellen Gäste vom DRK-Vorstand, der Stadt und dem Landkreis, sondern besonders an ihre vier Mitarbeiterinnen, die die Betroffenen betreuen.

Eine der Mitarbeiterinnen ist Gerlinde Rose. 14 Jahre arbeitet sie schon im Frauenhaus. Sie kümmert sich um die Aufnahme und Betreuung der Opfer, erledigt mit ihnen Behördengänge. "Jede Frau ist anders", sagt Gerlinde Rose. Feingefühl sei da besonders wichtig, wenn Frauen zu ihr kommen und ein Versteck suchen. Gerlinde Rose hört den Frauen zu, wenn sie reden möchten. Ihr mütterlicher Typ komme vielleicht bei etlichen Frauen gut an, erzählt sie und lächelt. Das Schöne sei, den Frauen in ihrer schweren Lage zu helfen.

Jeder Fall ist anders. Die älteste Frau ist 79 Jahre gewesen, als sie Schutz im Frauenhaus suchte, erinnert sich Gerlinde Rose. Viele ehemalige Bewohnerinnen melden sich auch nach dem Aufenthalt noch bei Gerlinde Rose und ihren Kolleginnen und berichten von ihrem Leben, nach dem sie die Trennung von einem gewalttätigen Partner geschafft haben.

Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt nehme leider zu, so Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) bei der Feier. "Wir werden die Einrichtung weiterhin brauchen", sagt Rehbaum.

Markus Kurze, Stadtratsvorsitzender (CDU), ergänzt: "Das Frauenhaus wird es auch die nächsten 20 Jahre geben." Das liege auch an dem guten Netzwerk, das sich um den Zufluchtsort für Opfer häuslicher Gewalt gebildet habe.

Der Landkreis werde weiterhin beide Frauenhäuser im Kreis, in Burg und Genthin, unterstützen, sagt Landrat Lothar Finzelberg.