Die Fassade des Nagelstudios von Lolita Hohlfeld in der Schartauer Straße kann endgültig so bleiben, wie es die Burger Geschäftsfrau will: lila. Der Bauausschuss des Stadtrates stimmte für eine Befreiung von der Gestaltungssatzung.

Burg l Der "Abhilfebescheid zur Ablehnung des Befreiungsantrages zur Fassadengestaltung", der Lolita Hohlfeld von der Burger Verwaltung jetzt zugestellt wurde, setzt nach einem Jahr den Schlusspunkt unter den Streit um die auffällige Farbgestaltung rund um die Eingangstür eines Nagelstudios.

Lolita Hohlfeld hatte sich 2013 als Nageldesignerin selbständig gemacht, ihr Nagelstudio in der Schartauer Straße "Lolitas Lila Lounge" genannt und den Eingangsbereich des Geschäftes farblich gestalten lassen: Blumen und Schmetterlinge auf lila Hintergrund.

Solcherlei "Fassadenmalerei" sah die damals geltende Gestaltungssatzung, darin war unter anderem geregelt, dass "die Hauptflächen aller gleichzeitig sichtbaren Gebäudeseiten (...) in einer Farbigkeit zu gestalten" sind, allerdings nicht vor, und die mehr als kreative Gestaltung rief die Burger Stadtverwaltung und den Bauausschuss auf den Plan: die Lila-Lounge wurde zum (Kommunal-)Politikum.

Der Bauausschuss verwies Lolita Hohlfeld in die Schranken des Ortsrechtes und entfesselte eine Lawine der Solidarität mit der Kleinunternehmerin - vor allem im Netz. Es gab aber auch eine Unterschriftensammlung für die lila Fassade (800 Unterstützer). Und auch einige Stadträte bekannten sich offen zum "Farbtupfer" in der Schartauer Straße.

Ein Kompromissvorschlag (nur einseitige farbliche Gestaltung, die gleichzeitig als Werbung dient), den aber Lolita Hohlfeld nicht akzeptieren wollte, und eine breite Diskussion um den generellen Sinn der Gestaltungssatzung, an deren Ende eine vom Stadtrat beschlossenen Modifizierung der Satzung stand, gingen ins Land, bis der Bauausschuss im April seine frühere Entscheidung revidierte und dem Widerspruch Lolita Hohlfelds stattgab. So konnte die Stadtverwaltung jetzt die beantrage Befreiung von der Gestaltungssatzung schwarz auf weiß gewähren.

Lolita Hohlfeld sieht sich nun nicht nur als Siegerin in eigener Sache, sie freut sich auch, dass durch ihren "Fall" die Gestaltungssatzung der Stadt Burg aufgeweicht wurde und nun vielleicht auch andernorts mehr Farbe in die Innenstadt einziehen könnte.