Es erscheint derzeit schwer, von Außerhalb in die Ortschaft Möckern zu kommen. An den Einfahrtsstraßen von Gommern, Loburg und nun auch Magdeburg sorgten oder sorgen noch immer Straßenbaumaßnahmen für Vollsperrungen. Nicht immer fühlen sich die Anwohner ausreichend informiert.

Möckern l Da staunten die Anwohner der Möckeraner Siedlung Grätzer Hof nicht schlecht: Am Mittwochnachmittag machten sich Baufahrzeuge daran, die bereits abgefräste Fahrbahn zwischen Ortsausgang und der B 246 a Richtung Wallwitz mit einem dampfenden, schwarzen Belag zu überziehen. Sollte das etwa schon die neue Bitumenschicht sein? Angesichts der heißen Fahrbahnoberfläche trauten sich die Anlieger der Wohnhäuser und Firmensitze am Freitagabend kaum, ihre Autos über den Asphalt zu bewegen. Wer es dennoch wagte, wurde mit schwarzen Teerspritzern am Auto "belohnt".

Maßnahme war den Anwohnern kaum bekannt

Aufgrund der Straßenbaumaßnahmen muss die B 246 a von Ortsausgang Möckern bis Ortseingang Wallwitz in der Zeit vom 4. Juni bis voraussichtlich 7. Juni voll gesperrt werden. Die Umleitung für alle Fahrzeuge wird über Nedlitz, Pöthen, Leitzkau und umgekehrt geführt. Dabei landeten trotz Ausschilderung etliche Autofahrer von Ladeburg kommend an der Sperrung kurz vor Möckern.

Als sich völlig widersprechend erweisen sich derzeit die aufgestellten Bauschilder im Kreuzungsbereich. Wer aus Möckern kommend rechts abbiegen will, wird auf Boden-unebenheiten hingewiesen, um dann doch per Warnbarke am Befahren der Straße gehindert zu werden. "Wer hat das hier verbockt? Landkreis, Baubetrieb oder die Stadt?", fragt jemand. Andere Anwohner fahren behutsam ihre Autos aus der Siedlung, bevor sie gar nicht mehr wegkommen.

Die Maßnahme erfolgte nahezu unangekündigt. Zwar wies der Landkreis Jerichower Land am 3. Juni auf eine Vollsperrung des Streckenabschnittes hin, doch wie die Bewohner der gut 40 Häuser im Grätzer Hof zu ihren Wohnungen, zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren können sollen, davon stand in der Erklärung an die lokale Presse nichts.

Heute ist die Straße wirklich voll gesperrt

Auch Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly kannte den Sachverhalt zunächst nicht. Erst als er am Mittwochabend erboste Anrufe erhielt, fragte er selbst bei der Baufirma Strabag nach und erfuhr: der aufgebrachte Belag war noch keine Bitumschicht, die Anwohner könnten die Strecke prinzipiell noch befahren, müssen aber langsam sein, damit der Belag nicht aufgewirbelt wird. Da allerdings hatten die ersten Anlieger bereits verklebte Autos...

Genaueres über die weitere Baumaßnahme erfuhren die Anwohner erst am gestrigen Donnerstag: Über Infoblätter in den Briefkästen ließ der Baubetrieb wissen: "Bei den Asphaltarbeiten am heutigen Freitag ist eine Vollsperrung der B 246 auch für den Anliegerverkehr nicht zu verhindern. Die Zufahrt ist ab 9 Uhr nicht mehr möglich." Ab 20 Uhr sollen die Anlieger wieder zu ihren Grundstücken kommen können - allerdings nur aus Möckern kommend, heißt es weiter.

Am morgigen Sonnabend werden nacheinander die Einmündungsbereiche zum Grätzer Hof hergestellt. Die Ein- und Ausfahrt erfolgt dann wechselseitig, informiert die Strabag.

In den vergangenen Tagen hatte rund um die Ortschaft Möckern eine rege Bautätigkeit eingesetzt. Stets wurden dabei Vollsperrungen angeordnet. Der oft gehörte Wunsch, den Verkehr halbseitig an den Baustellen vorbei zu führen, sei angesichts geltender Gesetze nicht machbar, erklärte Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly: "Mir ist eine kurze Zeit mit vielen Vollsperrungen lieber, als wenn es über einen langen Zeitraum zu Verkehrsbehinderungen kommt."