Nachwuchssorgen haben viele Institutionen, auch die Feuerwehren. In Gommern ist das Problem schon längst bekannt. Seit einem Jahr trifft sich eine Arbeitsgruppe, um Strategien zur Mitgliedergewinnung auszutüfteln.

Gommern l Es gehe um nichts anderes als die mittel- und langfristige Sicherung der Einsatzbereitschaft, erklärte Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein. Aus den Wehren der Einheitsgemeinde hat sich deshalb schon vor einem Jahr ein Arbeitskreis gebildet, der Strategien zur Mitgliedergewinnung bespricht. Zum einen setzen die Feuerwehrmänner auf klassisches Marketing. Sie erstellten einen ansprechenden Flyer mit den Namen und Telefonnummern aller Jugendwehrleiter Gommerns. Zudem zieht ein meterhoher Aufsteller die Blicke auf die Stände der Wehren bei Festen. "Aber wir wollen auch Hürden überwinden. Deswegen werden wir beim nächsten Unternehmerstammtisch dafür werben, dass Feuerwehrleute für Einsätze und Ausbildungen vom Dienst freigestellt werden und das Arbeitgeber das auch aktiv anbieten. Sie profitieren ja auch davon", sagte Hünerbein. Dass könnte schon Hemmschwellen abbauen.

"Auch das Land hat mittlerweile erkannt, dass es perspektivisch schlecht um die Mitgliederzahlen der freiwilligen Wehren steht", erläuterte Hünerbein. Bislang seien jedoch noch keine konkreten Vorhaben bekannt geworden, fügte er an. Zudem haben sich die Mitglieder des Arbeitskreises, zu dem unter anderem Steven Vonend von der Gommeraner Wehr, Stadtwehrleiter Heiner Wolter und Ladeburgs Ortswehrleiter Dirk Kuhrig gehören, am Donnerstagabend bei ihrer Sitzung darauf verständigt, verstärkt im Internet und in virtuellen sozialen Netzwerken auf die Wehren aufmerksam zumachen.

Aber es gibt auch Lichtblicke. Nachdem Ladeburg und Dannigkow keine eigenen Jugendwehren mehr aufstellen konnten, schlossen sie sich zu einer zusammen. Ute Kuhrig (Ladeburg) und Janet Wasserberg aus Dannigkow boten dann zusätzlich an, Kinder aus dem benachbarten Leitzkau mitzubetreuen. Nun sind es insgesamt 28 Jungen und Mädchen im Nachwuchs. Robert Ratzel aus Leitzkau wird wohl demnächst die Jugendwartausbildung beginnen. Janet Wasserberg: "In Leitzkau gab es immer Bedarf, aber lange Zeit keine Möglichkeit für die Kinder." 14 junge Brandbekämpfer kommen von dort. "Generell profitieren wir vom Projekt Kinderwehr, also Kinder ab 8 Jahren aufzunehmen, besser wäre aber schon ab 6 Jahre."

Sobald die Kinder in die Schule kommen, buhlen dort schon die Sport-Vereine um ihre Gunst, fügte sie an.