Burg l Es liegt schon Monate zurück, als der Freundeskreis "Carl von Clausewitz" eine Anfrage aus der Guericke-Uni Magdeburg bekam, ob er an einem Vortrag zum Thema Clausewitz interessiert wäre. Gehalten werden sollte er innerhalb des Sommersemester-programms "Studieren ab 50", dessen Hörer Wissbegierige der "älteren Semester" sind. Also Frauen und Männer im reiferen Alter, die nicht aufgehört haben, sich neues Wissen anzueignen, eröffnete Olaf Freymark, Leiter des Uni-Projektes "Studieren ab 50" den Burgern. Das Ergebnis war, dass sich Klaus Möbius vom Freundeskreis zu einem zweigeteilten Vortrag bereit erklärte. 20 Zuhörer fanden sich unlängst in einem Seminarraum der Magdeburger Uni ein. In den ersten zwei Stunden ging es um Clausewitz vom preußischen Fahnenjunker bis zum Mitglied des Großen Preußischen Generalstabes. Für die weiteren zwei Stunden ging die Fahrt in dessen Geburtsstadt. Klaus Möbius: "Was uns als Freundeskreis freut, dass nun auch die Magdeburger Universität von seiner Geburtsstadt Kenntnis nimmt und sein Leben und Wirken in den Vorlesungsplan aufgenommen hat."

Keine andere Meinung hat Romeo Stellmacher. Selbst Mitglied des Freundeskreises und in der Clausewitzkaserne bestens bekannt. Dort stand der heutige Hauptmann a.D. 15 Jahre in der verantwortlichen Funktion des Kasernenkommandanten. Im Herbst 2013 ging er mit 55 Jahren, wie in der Bundeswehr üblich, in den Ruhestand.

"Was mit der gewonnenen Freizeit anfangen? Ich entschloss mich zur Teilnahme an `Studieren ab 50` und bevorzugte Vorlesungen zur Geschichte und Politikwissenschaft. Was mir entgegenkam, dass unser Freundeskreis Mitgestalter des Studienprogrammes wurde", erzählt Romeo Stellmacher. Mit seinem Jahrgang drückte er übrigens den Altersdurchschnitt der weit über 500 Teilnehmer erheblich, meint er lachend. "In der Masse sind die Frauen und Männer zwischen 70 und 80 Jahre alt."

Er ist zwar seit Gründung des Freundeskreises im Jahr 2000 dessen Mitglied, war aber schon vorher mit der Person Carl von Clausewitz vertraut. Zu einem guten Teil auf Befehlsebene, bemerkt er mit leichter Ironie. "Die Burger Kaserne trägt seit Jahrzehnten den Namen Clausewitz, schon als NVA-Garnison. Nach der Wende und im Bestand der Bundeswehr wurde die Bezeichnung beibehalten. Unser ehemaliger Kommandeur Oberst Peter Meyer war der erste Regimentschef, der aus der Tradition mehr machen wollte, als nur das Tragen eines bedeutenden Namens. Ich bekam von ihm Mitte der neunziger Jahre die Anweisung, dem gerechter zu werden, nämlich in der Funktion als Verbindungsmann zwischen Kaserne und Stadt", erzählt Stellmacher.