Burg l Schon um 18.10 Uhr waren Wahl und Auszählung im Burger Wahllokal 1 (Altstadt) abgeschlossen, das in der Stadtbibliothek "Brigitte Reimann" eingerichtet war. Aus den 234 ausgefüllten Stimmzetteln errechneten Wahlvorsteherin Sonnhild Noack und ihr Team eine Wahlbeteiligung von knapp über 20 Prozent. 159 Stimmen (68 Prozent) entfielen in diesem Wahllokal auf Steffen Burchhardt (SPD), 75 auf Lutz-Georg Berkling (CDU).

Damit war das Burger Wahllokal kein Ausreißer, wie das vorläufige Endergebnis, das kurz nach 19 Uhr feststand, verdeutlichte.

Danach hat Burchhardt im Jerichower Land insgesamt 14.233 Stimmen (68,9 Prozent) erhalten. Berkling kommt auf 6 416 Stimmen (31,1 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag im Kreis bei 25,8 Prozent.

In seiner Heimatgemeinde Möser hat Burchhardt besser als im Jerichower Land insgesamt abgeschlossen. Dort erreichte der neue Landrat 70,1 Prozent Zustimmung, was 1465 Stimmen für Burchhardt entspricht. In der Nachbargemeinde Biederitz kam Burchhardt auf 1263 Stimmen und 65,7 Prozent. In der Stadt Burg erreichte der SPD-Mann 3623 Stimmen, was 69,6 Zustimmung ergibt. In der Einheitsgemeinde Stadt Möckern ergab die Auszählung der Stichwahl 1815 Stimmen für Burchhardt (60,4 Prozent). In Gommern konnte der neue Landrat ein Ergebnis von 67,1 Prozent ereichen, was 1409 Stimmen entspricht.

Deutlich über 70 Prozent in Genthin und Jerichow

In der Region Genthin war Steffen Burchhardt noch besser als im Altkreis Burg. In der Einheitsgemeinde Stadt Genthin erreichte er 2.466 Stimmen und 75,5 Prozent. In Jerichow erhielt Burchhardt 1 192 Stimmen bzw. 73,5 Prozent. Und auch in Elbe-Parey war der SPD-Kandidat klar vorn: 1.000 Stimmen und 69,3 Prozent

CDU-Bewerber Lutz-Georg Berkling sagte der Volksstimme nach seiner Niederlage gestern, dass er über das deutliche Ergebnis für Burchhardt überrascht sei. "Und natürlich traurig, dass sich der Wähler so entschieden hat. Traurig für mich und traurig für das Jerichower Land." Etwa 80 Parteifreunde und Unterstützer waren gestern zur CDU-Wahlparty in die Burger Steinhaus-Brauerei gekommen. Die Stimmung war, so Berkling, "gedämpft, aber optimistisch für die Zukunft."

Mit Steffen Burchhardt stellt die SPD nach Detlev Lehmann, der von 1994 bis 2001 amtierte, zum zweiten Mal den Landrat des Jerichower Landes. Der bisherige Landrat Lothar Finzelberg (parteilos), der seit 2001 im Amt war, hatte in der ersten Runde der Landratswahl vor drei Wochen 14,5 Proztent erhalten und war damit nicht in die Stichwahl gekommen.

Am 25. Mai hatte der jetzt unterlegene Lutz-Georg Berkling mit 25,9 Prozent das beste Ergebnis erreicht und war zusammen mit dem Zweitbesten, Steffen Burchhardt (20,1 Prozent), in die Stichwahl gekommen, bei der sich das Ergebnis nun aber deutlich umgekehrt hat.

Für Steffen Burchhardt war gestern ein "großartiger Tag". Auf dem Möseraner Sportplatz herrschte Freudentaumel und ausgelassene Stimmung bei Gegrilltem und Freibier, nachdem die ersten Ergebnisse bekannt wurden. Die Schar der Gratulanten riss bis zum späten Abend nicht ab; Sympathisanten und Parteifreunde reisten aus dem gesamten Landkreis an. Das eindeutige Resultat sei ein großer Vertrauensbeweis der Bürger. "Dessen bin ich mir bewusst. Jeder kann darauf zählen, dass ich vom ersten Tag an ranklotzen werde. Ich habe vor, Großes zu schaffen", kündigte er gegenüber der Volksstimme an.

Auch SPD-Kreisvorsitzender Matthias Graner freute sich mit Burchhardt über den Erfolg. "Wir konnten mit unseren Kandidaten überzeugen."

Bis zur offiziellen Übernahme des Amtes komme es nun darauf an, gemeinsam mit Lothar Finzelberg die Übergabe vorzubereiten. "Die Arbeit beginnt ab sofort", sagte der künftige Landrat.