Gerwisch l Keine Leute, kein Geld, aber eine sehr üppige Vegetation. So sieht es in Gerwisch derzeit mit der Grünpflege aus. "Zwei Gemeindearbeiter und eine Hilfskraft können das Pensum in ihrer normalen Arbeitszeit nicht schaffen", sagt Ortsbürgermeisterin Karla Michalski. Schließlich sind die Gemeindearbeiter nicht nur für das Grün zuständig. Insgesamt 14 Objekte von den beiden Kindertagesstätten über die Grundschule bis zum Feuerwehrgerätehaus, Sporthalle, Sportplatz und Friedhof betreuen die Männer. "Hinzu kommt die Rabattenpflege, die sehr intensiv ist."

Rechtzeitig zu Pfingsten waren immerhin die Seitenräume des Breiten Weges, der Ortsdurchfahrt, fertig gemäht, so dass Gerwisch für Durchreisende einen adretten Eindruck hinterlassen konnte.

Aber wie weiter? Die Ortsbürgermeisterin bittet die Einwohner um Mithilfe. Zwar müssen die öffentlichen Rasenflächen vor der eigenen Haustür nicht gemäht werden, aber damit könne jeder einen Beitrag leisten, damit sein Ort sauber und ordentlich aussieht. "Ich kann mir auch vorstellen, dass Patenschaften für die Pflege von Rabatten oder Beeten übernommen werden", setzt Karla Michalski hinzu.

Das heißt aber nicht, dass die Gemeindearbeiter ihren Möglichkeiten nach nicht weiter das öffentliche Grün in Gerwisch pflegen.

Jahrelang habe sie sich dagegen gewehrt, die Rabatten in der Bahnhof- und August-Bebel-Straße durch Rasenflächen zu ersetzen, räumt die Ortschefin ein. Ihren Widerstand habe sie inzwischen aufgegeben. Wer die Pflanzen wegnehmen möchte und stattdessen Rasen ansät und später mäht, könne das gerne tun. Die Rabatten - sie hat selbst eine vor der Haustür - ließen sich tatsächlich schwer unterhalten. Der Boden sei in Trockenperioden überhaupt nicht zu bearbeiten.

Pflege bedürfen auch die Bäume entlang der Bahnhof- und August-Bebel-Straße. Die haben teilweise nach ihrem Kopfschnitt viele Wassertriebe gebildet. Einige Bäume ähneln mittlerweile eher Buschwerk. Hier ist ebenfalls die Unterstützung der Anwohner gefragt.

Sie bedanke sich bei allen Gerwischern, die einen Beitrag zur Grünpflege leisten, sagt Karla Michalski.

Die Seitenräume der B1 sind nicht die einzigen, die es ordentlich zu halten gilt. Auch entlang der Lostauer Straße gibt es beispielsweise breite Grünstreifen. Dass die fehlende Pflege kein schöner Anblick ist, ist eine Seite der Medaille. Die andere Seite: Je länger Aufwuchs nicht beseitigt wird, umso stärker wird er, umso aufwändiger an Zeit, Kraft und Kosten ist es schließlich, ihn zu beräumen.

Neben den Gemeindearbeitern gibt es noch Arbeitskräfte der Agentur für Arbeit, die sich um die Pflege des Bolzplatzes in der Lostauer Straßes, des Kreuzberges in der August-Bebel-Straße und um das Freischneiden der Sträucher an den Sandbergen kümmern. Die Arbeitskräfte dürfen allein dort eingesetzt werden, wo es ihre Maßnahme vorschreibt. Und auch dort haben sie mehr als genug zu tun. Am Kreuzberg gilt es die Streuobstwiese zu pflegen, von der ohne diese Pflege bald nichts mehr übrig ist. Außerdem feiert Gerwisch Anfang Juli das Kreuzbergfest, dann soll das Areal einen einladenden Eindruck bieten.