Burg l In seiner Predigt sprach Pfarrer Peter Gümbel über die kranke Frau, die Jesus an seinem Mantel berührte. "Menschen, die in ihrer Lebenskraft eingeschränkt sind, haben mit unvorstellbarem Leid, Isolierung und Ausgrenzung zu tun. Wir dürfen die Welt nicht in Gesundheit und Krankheit einteilen. Leben heißt, in Kontakt mit anderen sein. Leben heißt, sich zu spüren und von Menschen berührt zu werden", so Pfarrer Gümbel.

Die Ausstellung entstand im Projekt "Sterntaucher" der Freiwilligenagentur Magdeburg. Die kreative Umsetzung wurde durch den Magdeburger Cartoonisten Philipp Hubbe begleitet. Die Projektleiterin Jana Schulze berichtete über die unterschiedlichen Einsatzfelder, in denen sich die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen engagieren.

Die Menschen leben zwischen zwei Welten und sind häufig von der Gesellschaft ausgeschlossen, selbst die kleinsten Aktivitäten stellen sie oft vor große unlösbare Aufgaben. Ständige Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und innere Leere bedeutet für die Gestaltung des Alltags jeden Tag eine besondere Herausforderung. Durch das freiwillige Engagement bietet sich die Möglichkeit, die individuellen Ressourcen zu erkennen, einzusetzen und die eigene Lebensqualität zu verbessern, so Jana Schulze.

Christel Menz von der Freiwilligenagentur Jerichower Land erzählte, dass mehr als 20 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in Burg betreut werden. Der Weg der Betroffenen führt meistens von dem AWO-Fachkrankenhaus Jerichow über die Psychiatrische Tagesklinik in Burg und wird als Hilfe zur Selbsthilfe von der Freiwilligenagentur angeboten und unterstützt. Es war ein bewegender Moment, als eine junge Frau, "Kathrin", als Betroffene von ihrer Depression erzählte und wie sie mit ihrer Arbeit durch die Freiwilligenagentur den Weg nach "draußen" zurückgefunden hat und den Mut neu anzufangen. "Selbst an schlechten Tagen werde ich durch die Freiwilligenagentur Burg aufgefangen und wir können miteinander reden", berichtete Kathrin. "Anderen Menschen helfen und sich selbst helfen, Struktur und Stabilität im Alltag wieder finden und das Gefühl wieder gewinnen, trotz Handicap in unserer Gesellschaft gebraucht zu werden. Durch ehrenamtliches Engagement wird hier ein soziales Netz geknüpft, das trägt und hält."

Die Ausstellung will Mut machen, neue Wege des Miteinanders auszuprobieren und Berührungsängste abzubauen", sagte Pfarrer Peter Gümbel.

Angeregt durch Dominik Patté, hatte der Gemeindekirchenrat diese beeindruckende Ausstellung in die Kirche "Unser Lieben Frauen zu Burg" geholt. Diese ist Montag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr zu besichtigen.