Parey l Schon vor der Kreisgebietsreform am 1. Juli 1994 hatten die Bauern ihrem Verband den Namen "Jerichower Land" gegeben, betonte Geschäftsführer Edmund Herrmann. Er blickte zurück: Früher gab es den VdgB, 1992 wurde der Beratungsring "Landberatung" als Vorläufer des Bauernverbands gegründet. 1994 wurde dann auch die ländliche Wählergemeinschaft gegründet, und seither ist die Intererssenvertretung der Landwirte ständig im Kreistag vertreten.

Edmund Herrmann erinnerte an einige Schwerpunkte der vergangenen Jahre: die Demonstrationen gegen den niedrigen Milchpreis, der Widerstand gegen die Landschaftsschutzgebietserweiterung im Fiener und gegen nicht akzeptable Bestimmungen im geplanten Naturschutzgebiet Elbaue, die Verhinderung des "Wassercents" im Jahr 2009...

"Man braucht eine wirklich gute Interessenvertretung", betonte Horst Blum, Leiter des ALFF Altmark. "Die letzten Zweifler haben nach der Hochwasserkatastrophe erkannt, dass ein Verband wichtig ist!" Blum würdigte die Zusammenarbeit von ALFF und Verband: "Wir fühlen uns durchaus positiv überwacht und kontrolliert vom Kreisbauernverband! Denn eine Verwaltung neigt dazu, ein gewisses Eigenleben zu entwickeln!" Er unterstrich: "Zum konstruktiven Miteinander gehört auch, dass man sich gegenseitig sagen kann, was einem nicht gefällt!"

Jörg Kamprad, Vorstandsmitglied des Bauernverbands Sachsen-Anhalt, betonte, dass politische Arbeit, Lobbyarbeit, unabdingbar sei. "Wir müssen so für die Landwirtschaft Bedingungen schaffen und erhalten, die unsere Arbeit ermöglichen." In der Zukunft werden Fördersätze sinken, darauf müsse man sich einstellen, aber dadurch werde man auch unabhängiger. Denn die Förderpolitik sei zu einem bürokratischen Monster geworden.

Die Arbeit im Kreisverband Jerichower Land sei auf sehr hohem Niveau angesiedelt, lobte Kamprad.

Christoph Albrecht, Geschäftsführer des Maschinenrings Elb-Havel-Winkel, lobte, dass das "gut funktionierende Netzwerk" von Edmund Herrmann und seinem Team bei der Bewältigung der Hochwasserschäden eine große Hilfe war.

Ganz wichtig sei es, in der Bevölkerung mehr Verständnis für die Landwirtschaft zu erzielen, betonte Karl-Heinz Jäger, Vorstandsmitglied im Kreisverband. "Sonst stehen wir nur in der Schmuddelecke!" Mit Tagen der offenen Tür in Landwirtschaftsbetrieben gelinge das sehr gut. Und Helmar Rawolle fügte an: "Wir als Landwirte müssen uns um unser Dorf kümmern!"