Loburg/Isterbies l Langsam nähert sich der Korb der Möckeraner Drehleiter dem Horst von Storch Magnus und seiner Frau Agatha. Doch nicht ihnen gilt heute die Aufmerksamkeit des Ornithologen Dr. Michael Kaatz. Der Storchenhof-Geschäftsführer möchte die Jungvögel auf einen kurzen Plausch nach unten einladen und sie beringen und - viel wichtiger - dabei mit Datenloggern ausstatten.

Diese Datenlogger genannten Miniatursender sind Teil eines international laufenden Programmes, bei dem die Flugrouten und Verweildauern der Adebare ergründet werden sollen. Noch weiß man viel zu wenig über die Störche, die nach dem Sommer aus Deutschland ausfliegen, ins warme Spanien, ins noch wärmere Afrika, oder doch nur in den Kölner Zoo. Denn auch das hat es schon gegeben.

Die knapp acht Zentimeter lange Technik mit drei kurzen Stummelantennen soll dem menschlichen Bodenpersonal verraten, ob der Nachwuchs von Agatha und Magnus, Novi und Jonas den selben Vogelzug nehmen wird, wie Mama und Papa. Denn, wie einst bei Prinzesschen, kann Dr. Michael Kaatz ja nicht wieder mit dem Ultraleichtfluggerät gleich mit in die Luft gehen.

Die Sender sind so programmiert, dass sie um 12 Uhr und um 20 Uhr eine Kurzmitteilung (SMS) an eine vorgegebene Handynummer senden. Darin enthalten sind die aktuellen Positionen, sowie mehrere vorherige Standorte im Abstand von anderthalb Stunden. Daraus ergeben sich zehn Standortbeschreibungen pro Tag. Die Daten können danach bequem ausgewertet werden. Neben dem Storchenpaar, das seinen Horst auf der Wiese des Storchenhof Loburg hat, erhielten auch die Loburger Münchentor-Störche Jonas und Novi solche Sender. Bei den Jungtieren zweier weiterer Horste in Loburg und Isterbies wurden nur Beringungen durchgeführt.

Für die neue Drehleiter der Feuerwehr war der Einsatz am Dienstag der dritte. Nach Einsätzen wegen herabgefallener Äste konnte die Technik nun als Storchen-Lift beweisen, wie sanft sie nach oben gleiten kann.

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