Burg l Welche Räume gibt es in der Justizvollzugsanstalt Burg (JVA)? Wie ist es mit den Besuchszeiten? Muss man sich ausweisen? Fragen wie diese wurden in der vergangenen Woche viele gestellt. Die erste öffentliche Veranstaltung des Arbeitskreises "Resozialisierung und Kriminalprävention" sollte die Arbeit im Gefängnis näher vorstellen. Dazu sind Anstaltsleiter Thomas Wurzel und die Leiterin des Sozialen Dienstes der JVA, Kathrin Jäger, ins Gemeindehaus in der Burger Grünstraße gekommen. "Wir wollen damit der Bevölkerung die JVA näher bringen, auch ein stückweit die Angst nehmen", begründet Sozialarbeiterin Sarah Lehmann die Veranstaltungsreihe.

"Wir sind natürlich kein Zoo", sagt Wurzel und verneint damit die Frage, ob es möglich ist, das Burger Gefängnis zu besichtigen. "Da gibt es sicher andere Tourismusziele in der Region", so der Anstaltsleiter. Mit 93 Gefangenen hat die Justizvollzugsanstalt im Jahr 2009 angefangen, mittlerweile sind 647 Insassen untergebracht. Knapp ein Drittel der Gefangenen sind zwischen 21 und 30 Jahre alt. "Gegenüber anderen Gefängnissen ist das sehr jung", erklärt Wurzel.

50 bis 60 Prozent der Gefangenen gehen in der JVA einer Beschäftigung nach. Dafür gibt es Tischlerei, Schneiderei oder Schlosserei im Gefängnis. "Hier gehen Aufträge vom Land, von Vereinen aber auch von privater Hand ein und werden abgearbeitet", erklärt Kathrin Jäger.

Ansonsten besteht auch die Möglichkeit, den Haupt- oder Realschulabschluss nachzuholen. "Viele nutzen diese Chance, um später wieder von vorne anfangen zu können", weiß Jäger zu berichten. Um diesen Neustart zu begleiten, ist vor allem Unterstützung für die Gefangenen notwendig. Das geht von Antigewalttraining über Schuldenberatung bis hin zu einer Suchtberatung. "Wer motiviert ist, kristalliert sich sehr schnell heraus", sagt die Leiterin des Sozialen Dienstes.

Von Drogendealern über Sexualstraftätern bis hin zu Mördern sitzen in der JVA Burg. Von den 18 Plätzen in der Sicherheitsverwahrung werden zurzeit elf genutzt. "Hier sitzen Häftlinge, die ihre Haftstrafe abgesessen haben, aber das Gefahrenpotenzial noch so groß ist, dass sie noch hierbleiben müssen", erklärt Wurzel. Spätestens alle zwei Jahre wird begutachtet, ob die Gefährlichkeit der jeweiligen Person herabgesetzt werden konnte. Wie lange der Aufenthalt in der Sicherheitsverwahrung sei, könne Wurzel nicht abschätzen. "Das ist individuell abhängig und immer verschieden. Die Chance, dass sich der Mensch wieder positiv entwickelt, ist gering, aber man darf ihn nicht aufgeben", betont er.

Bilder