Möser l Bernd Progatzky von der gleichnamigen Burger Gärtnerei ist seit Frühjahr 2013, als der Markttreff initiiert wurde, in Möser dabei. "Könnte besser sein", lautet seine Einschätzung. Vorschläge, wie das erreicht werden kann, hat er auch. Dazu gehören größere Werbeflächen an der B 1, um die Aufmerksamkeit noch stärker auf den Markttreff zu lenken. Ein breiteres Sortiment könnte ebenfalls helfen, mehr Kunden anzulocken. "Es ist schwierig, einen neuen Markt zu etablieren", sagt Bernd Progatzky.

Und gerade deshalb müsse man den Organisatoren dankbar sein, dass sie einen so langen Atem beweisen, findet Franziska Nielebock aus Burg. Sie ist mit ihren Produkten - beispielsweise Marmeladen - von Anfang an dabei. "Die Leute müssen den Markt annehmen. Das braucht seine Zeit." Die Organisatoren unternähmen alles, damit der Markttreff ein Erfolg wird.

"Es könnten noch mehr Händler kommen, damit der Markt belebter wird", sagt Silvia Lüdicke, die Fruchtaufstriche und frisch gebackenen Kuchen im Angebot hat. Schön wäre es, würden noch Sitzgelegenheiten hinzukommen, damit die Marktbesucher vor Ort gemütlich Kaffee und Kuchen oder einen Imbiss genießen könnten. Dann hätte der Markttreff noch einen Mehrwert.

Mit seiner Rollenden Bockwurstinsel war Hartmut Ahnert aus Burg wieder dabei. "Ich komme gern her. Das Geschäft lief heute gut", sagt er zufrieden. Noch mehr Kundschaft wäre jedoch nicht schlecht. "Ich würde mich als Händler freuen, wenn der Markt bestehen bliebe". Hans-Ulrich Gerlach aus Magdeburg hatte sich im Mai 2013 den Markttreff angeschaut und schließlich dreimal selbst unter anderen Kakteen angeboten.

Sitzgelegenheiten zum Verweilen

"Ich finde, der Markt ist von der Gemeinde eine wirklich gute Idee, aber er könnte von der Bevölkerung noch mehr angenommen werden." Schließlich sei Möser doch als Blumenstadt bekannt. Seine Mutter wurde in der Blumenstraße in Möser groß. Dass auch im zweiten Jahr des Markttreffs noch keine Standgebühren zu bezahlen sind, ist aus Hans-Ulrich Gerlachs Sicht wichtig. Der eine oder andere Händler würde sonst wohl wegbleiben. "Was fehlt, ist ein Gemüsebauer, der selbst anbaut und ein breites Spektrum anbieten kann." Er hat das Gefühl, dass der Markttreff inzwischen seine Stammkundschaft hat, es aber schwer fällt, neue Kunden, nicht zuletzt aus den Nachbarorten, anzusprechen. "Ich muss davon nicht leben", erklärt Hans-Ulrich Gerlach, dass er sich eher in einer komfortablen Situation, was die Verkaufszahlen anbetrifft, befindet.

Sigrid Schellhammer und Jürgen Fricke mit ihren frischen Produkten sind schon von Anfang an dabei. "Die Kundschaft in Möser ist sehr nett und zuvorkommend", lobt die Drewitzerin. Sie komme immer wieder gern zum Markttreff, der gemeinsam von Gemeinde und dem Leader-Management organisiert wird.

So geht es auch Marianne Wilz von der Möseraner Gärtnerei Bruchmüller. "Der Termin am letzten Samstag im Monat hat sich bei den Kunden etabliert." Und mit ihren blühenden Pflanzen sei es auch keine Schwierigkeit, die Kunden auf ihren Stand aufmerksam zu machen.

Zusätzliche Aktionen locken Kunden an

Marianne Wilz gefallen die zusätzlichen Aktionen, mit denen auf den Markttreff in diesem Jahr aufmerksam gemacht werden soll. Am Sonnabend bot eine Krankenkasse Nordic Walkin-Schnupperkurse an und die Verbraucherzentrale informierte über gesunde Ernährung. Der Lindauer Ziegenhof Warnke gehört ebenso zu den regelmäßigen Händlern wie der Burger Imker Sperfeldt, der am Sonnabend durch Anette Seiffert vertreten wurde. Die Jung-Imkerin bot Honig aus ihrem eigenen Garten an. Die Kirschen, die sie am Morgen dort gepflückt hatte, waren schnell verkauft gewesen. "Ich weiß, dass die Resonanz beim Markttreff sehr unterschiedlich ist." Dem Markt würde mehr Laufkundschaft gut tun, aber die gebe es an seinem Standort in Brunnenbreite neben dem Verwaltungsamt kaum. "Die Idee des Markttreffs ist aber gut."