Detlef Friedrich ist der neue Ortsbügermeister der Ortschaft Möckern. In der konstituierenden Sitzung wählten die nicht vollzählig anwesenden Ratsmitglieder Angelika Engel zur stellvertretenden Ortsbürgermeisterin.

Möckern l Friedrich, bisheriger Stellvertreter von Möckerns Ex-Ortschef Heinz Herbst, war der einzige Bewerber für das freigewordene Amt. Herbst hatte sich nicht mehr für den Ortschaftsrat aufstellen lassen. Die Wahl erfolgte nahezu einstimmig, lediglich der Kandidat enthielt sich seiner Stimme.

Ebenso schnell war man sich auch einig, wer den Stellvertreterposten einnehmen soll. Nachdem Angelika Engel erklärte, den Posten übernehmen zu wollen, ergab auch diese Abstimmung: fünf Ja-Stimmen und eine Enthaltung - wieder war es die Bewerberin selbst, die sich enthielt.

Parteidenken unerwünscht

Damit stehen dem neunköpfigen Gremium ein CDU-Mann und eine SPD-Frau vor. Doch es herrschte Einigkeit darüber, dass Partei-Denken im Ortschaftsrat keinen Platz haben sollte: "Wenn wir hier etwas für die Ortschaft Möckern und seine Bürger erreichen wollen, dann geht das nur miteinander, nicht gegeneinander", betonte das frischgebackene Ortsoberhaupt Detlef Friedrich.

Bei der konstituierenden Sitzung des Möckeraner Ortschaftsrates fehlten drei Mitglieder. Urlaub, Krankheit, Dienstreise lauteten die Gründe für das Fehlen von Mathias Merbt, Kerstin Quandt und Jeannette Timme. Hartmut Loth - altes und neues Ratsmitglied - hatte noch angeregt, mit der Wahl des Stellvertreters zu warten, bis alle Ratsleute mit am Tisch sitzen.

Doch das könnte dauern. Angesichts der beginnenden Schulferien könnte die nächste Sitzung erst in den Monat August fallen.

Dieser Umstand hätte auch dem privaten Investor auf die Füße fallen können, der sich von der Sitzung am Dienstag eine Aussage zur Förderfähigkeit seiner Sanierungsmaßnahme am Markt 1 (Grünes Haus am Rathaus) erhoffte. Zur Rede stand eine Fördersumme von fast 40 000 Euro durch das Stadtsanierungsprogramm für Fenster, Fassade und Dachdämmung.

Zu früh für Beschluss?

Detlef Friedrich bemängelte, dass in der ersten Sitzung des neuen Ortschaftsrates mit einigen neuen Ratsleuten überhaupt ein Beschluss auf die Tagesordnung gesetzt werden konnte: "Die müssen sich mit dem Thema doch erst einmal befassen". Tatsächlich belegten Nachfragen aus den Reihen der frischgebackenen Ratsmitglieder ein gewisses Informationsbedürfnis.

Man einigte sich darauf, den Beschluss in die nächste Sitzung zu verschieben, jedoch einen vorzeitigen Beginn der Sanierungsmaßnahme zu gewähren. Damit kann der Investor schon jetzt handeln, muss aber das Risiko eingehen, dass er im Falle eines Negativbescheides des Ortschaftsrates die Kosten für die Sanierung ohne Fördergeld aus dem Stadtsanierungstopf stemmen muss.

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung wurden auch bisherige Ratsmitglieder verabschiedet. Für sie gab es Blumen, eine Urkunde und Dankesworte. Über seinen Vorgänger im Amt sagte Detlef Friedrich: "Heinz Herbst hat einen guten Job gemacht. Wir sind ihm dankar für seine Arbeit."

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