Die Bienen im Landkreis sind von einer Tierseuche, die in Magdeburg aufgetreten ist, nicht betroffen. Anstecken könnten sich Bienen dennoch bei betroffenen Bienenvölkern, weil ausgehungerte Bienen auch weiter fliegen.

Burg l Die Imker im Landkreis geben Entwarnung: Die Bienenvölker im Jerichower Land haben keine Amerikanische Faulbrut. "Die Krankheit ist hier nicht aufgetreten", sagt Karl-Heinz Sperfeldt, Berufsimker und Vorsitzender des Imkervereins Burg und Umgebung. Zwei Bienenvölker mussten in dieser Woche in Magdeburg verbrannt werden. Grund: In der Landeshauptstadt wurde die Amerikanische Faulbrut nachgewiesen. "Es handelt sich um eine bakterielle Brutkrankheit, sehr ansteckend", sagte Hennig Bollmann, Vorsitzender des Magdeburger Imkervereins.

Um die Tierseuche zu bekämpfen, hat das Veterinäramt die ostelbischen Stadtteile Cracau, Prester und Brückfeld zur Sperrzone erklärt. Bienenvölker im Magdeburger Sperrgebiet dürfen nicht rausgebracht werden und Imker dürfen keine Bienen in das Gebiet bringen.

Imker, die ihre Bienenvölker in der Nähe des Sperrbezirks haben, sollten ihre Tiere nicht hungern lassen. "Fünf bis sechs Kilometer können ausgehungerte Bienen fliegen", sagt Sperfeldt. "Gerade jetzt, da die Felder leer geräumt sind, fliegen die Bienen weiter, um Nektar zu finden", erklärt er.

Wenn sie dann infizierte Völker im Sperrgebiet überfallen, könnten sie sich bei ihnen anstecken.

Dieter Bischoff, Imker in Genthin, lässt seinen Bienen jedes Jahr im Frühjahr auf die Krankheit testen. "Ich schicke eine Futterprobe zum Bieneninstitut, um sicher zu gehen, dass meine Bienen nicht befallen sind", sagt der 60-Jährige, der sich, seit er 15 ist, mit den Honig sammelnden Insekten beschäftigt. Die Krankheit sei bei seinen 18 Völkern noch nicht aufgetreten, sagt der Genthiner.

Für Bienen ist die Tierseuche tödlich, für andere Tiere und Menschen harmlos. Auch der Honig bleibt genießbar. Doch die Sporen der Faulbrut bleiben im Honig. Um eine Übertragung zu vermeiden, sollten Honiggläser vor der Entsorgung gespült werden, rät Sperfeldt, weil Bienen auf der Suche nach Nahrung kontaminierten Honig aus alten Gläsern aufsaugen könnten.

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