Zehn Jahre nach der Gründung des "Naturlehr- und Erlebnispfades Wörmlitzer Wald" zieht sich dessen Leiter, Prof. Dr. Franz Tietze, aus dem Vorstand des Förderkreises zurück. Aus gesundheitlichen Gründen.

Wörmlitz l Es ist so etwas wie ein spätes Lebenswerk vor der eigenen Haustür. Im Jahr 1998 erwarben der Professor für Zoologie und Ökologie an der Universität Halle und die Gymnasiallehrerin für Biologie und Chemie das beschauliche Grundstück an der Lindenstraße in Wörmlitz. Als Altersruhesitz sozusagen. Doch schon ein Jahr darauf betreute das naturverbundene Ehepaar Kinder der Grundschule bei dem Projekt "Junge Naturschützer". Und von da an war es mit der Ruhe im Alter eigentlich auch schon wieder vorbei.

Lernort Natur

Aus dem Projekt, welches zuletzt der Förster Dieter Doerks betreut hatte, entstand der Lehr- und Erlebnispfad Wörmlitzer Wald. Dabei konnte man auf erste Stationen der Arbeitsgruppe "Junge Naturschützer" zurückgreifen. Im Wald gab es schon eine "Waldschule" mit Sitzgelegenheiten aus Baumstumpfen. Weitere Stationen waren damals auch der Dachsbau und die "Pionierkanzel" aus DDR-Zeiten. Hinzu kamen etliche Nistkästen im Wörmlitzer Wald. Die Lehrerin Ingeborg Kleintopf fragte bei den Tietzes nach, ob sie nicht die Aktion für Kinder fortsetzen wollen. "Wir wollten unser Wissen gerne weitergeben und haben daher ein richtiges Konzept erarbeitet", berichtet Rita Tietze. Unter dem Dach der Jägerschaft Burg konnte dann auch eine Organisationsform für den geplanten "Förderkreis Naturlehrpfad" gefunden werden.

Mit einem neuen Insektenhotel begann dann das Lehrpfadprojekt. "Mit dem zuständigen Revierförster wurde die Route ausgesucht und im ersten Jahr der Grundstock aufgebaut", erinnert sich Franz Tietze. Damals konnte man sich auf die Hilfe zweier ABM-Kräfte der QSG verlassen. So entstand eine "Allee der Gehölzer" mit 90 einheimischen Arten. Es wurden Informationstafeln aufgestellt und Sponsoren gesucht, mit deren Hilfe das Projekt weiterlaufen konnte. Benötigt waren Sachspenden, später auch Geld.

Aufgaben verteilt

Unterstützung gibt es weiterhin durch die Jägerschaft. So konnte etwa die Aktion "Lernort Natur" des Landesjagdverbandes" eingebettet werden. Dabei handelt es sich um ein Angebot, das kindgerecht Natur- und Umweltbildung, Waldpädagogik und Erlebnispädagogik verbindet. heraus kommt ein spannender Biologie- und Sachkundeunterricht mitten im Wald.

Inzwischen zählen 20 Mitglieder zu dem Förderkreis. "Doch zu Arbeitseinsätzen oder Veranstaltungen können wir immer auch auf Leute im Ort setzen, die kein Mitglied sind", sind die Eheleute Tietze dankbar.

Nachdem der bisherige Leiter des Förderkreises bereits zu Jahresbeginn seinen Rückzug aus dem Vorstand erklärt hatte, wurde bei der zurückliegenden Jahresversammlung ein neuer Vorstand gewählt. Die bisher konzentriert in seiner Hand liegenden Aufgaben wurden gesplittet und auf mehrere Personen aufgeteilt. Als Vorsitzender des Vorstandes fungiert nun Holger Lindow. Rainer Herrmann übernimmt die Verantwortung für die Pflege der Wege und der technischen Objekte des Lehrpfades. Die Umweltpädagogin Rita Tietze und Klaus Peschel betreuen die Besucher in naturschutz- und waldpädagogischen Themen. Heidi Guthaus bleibt Kassenwartin. Franz Tietze will dem Vorstand beratend zur Seite stehen und betreut weiterhin alle Poster und den Weiher.

Bei der Jahreshauptversammlung dankte Prof. Dr. Franz Tietze allen Sponsoren und Helfern. Auch konnte er zwei neu nach Wörmlitz gezogene Bürger als Mitglieder begrüßen.