Viele Schornsteine sind mittlerweile aus dem Stadtbild von Burg verschwunden. Die 24 Meter hohe Esse im Vogelgesang dagegen wird im Herbst saniert, ein markanter Punkt auf dem Laga-Gelände unterm Weinberg und weiterhin Nistplatz für Adebar.

Burg l Es war der letzte öffentliche Beschluss, den der alte Stadtrat noch zu fällen hatte. Und der ging verständlicherweise ohne Diskussionen über die Bühne. Denn mit der Sanierung des prägenden Bauwerks in der Altstadt bleibt ein nicht unwesentliches Stück der Burger Industriegeschichte erhalten. Zu DDR-Zeiten von der Konsum-Bäckerei benötigt, war der Schornstein im Jahr 1836 durch die Maschinenfabrik Aston errichtet worden, die eine der ersten Dampfmaschinen in der Stadt betrieben hatte. Seit der Wende hat der Schornstein eine andere Funktion, über die sich die Anwohner jedes Jahr aufs Neue freuen: Er ist Nist- und Brutplatz für Familie Adebar, die unterhalb des Weinberges in sicherer Höhe ihre Brut groß zieht.

Diese Gründe seien mit ausschlaggebend gewesen, den Schornstein zu erhalten und mit in das Konzept der Landesgartenschau zu integrieren. So ist unter anderem geplant, im westlichen Bereich des Uferparks in Nachbarschaft des Schornsteins ein Spielbereich mit drei unterschiedlichen Türmen zu schaffen. Das Weinbergareal soll alles in allem ein Ort des Verweilens sein, wobei im Bereich des Hanges Rebstöcke dominieren werden - wiederum mit Blick auf die Geschichte dieser Fläche.

Mit den eigentlichen Arbeiten am Vogelgesang wird im Herbst nach Auswertung der Ausschreibung begonnen. Konkret erst dann, wenn die Storchenfamilie ihr Sommerquartier verlassen und die Reise Richtung Süden angetreten hat. Wenn die Adebare im kommenden Jahr wieder in Burg einfliegen, können sie sich auf einen neuen Horst - ein Rad aus Edelstahl - freuen, kündigte Margit Dohm vom Bau-Fachbereich der Stadtverwaltung an. Zuvor allerdings müssen durch die beauftragte Fachfirma zahlreiche Risse geschlossen und die Statik zwischen den Bauteilen überprüft werden. Der Kopf wird ungefähr vier bis fünf Meter abgetragen und neu aufgebaut. Am etwa vier mal vier Meter großen, quadratischen Fuß des Schornsteins wird Randpflaster verlegt.