Burg l Es hat viel Kraft gekostet - dieses Projekt, von dem die Sozialarbeiterin Kati Fischer vom Jugendwerk Rolandmühle von Anfang an überzeugt war, überzeugt von der Idee, Jugendlichen, die besonders anfällig für gewaltsamen Aktionismus waren, eine Chance zu geben. Das Projekt "Stand up" wurde nach anfänglichen Widerständen, die insbesondere beim Vertreter des Landkreises vorhanden waren, schließlich doch vom Lokalen Aktionsplan Burg des damaligen Bundesförderprogramms "Vielfalt tut gut" bestätigt.

"Stand up" heißt für diese Jugendlichen regelmäßiges Boxtraining unter Anleitung eines erfahrenen Trainers, der das nötige Einfühlungsvermögen aufbringt und der mit diesen jungen Leuten - nicht nur Jungen, auch Mädchen machen mit - umzugehen versteht. Mit Karsten Weisheit an ihrer Seite wissen sie sich gut aufgehoben. Davon kann man sich überzeugen, wenn man die Gelegenheit bekommt, eine Trainingsstunde zu besuchen.

Wie das Projekt funktioniert? Die Jugendlichen erleben, dass es ihnen guttut, was sie beim Boxen erlernen. Ihr Selbstbild wird gestärkt, was sie dazu befähigt, ihren weiteren Weg gewaltfrei zu gehen. Sie machen ihre Erfahrungen in einem geschützten Raum. Nicht nur das Selbstbewusstsein wird gestärkt, sie lernen auch Disziplin, Pünktlichkeit und andere in einer funktionierenden Zivilgesellschaft notwendige Verhaltensprinzipien kennen und schätzen. Soziale Kompetenzen werden gestärkt. Wer braucht so etwas nicht?

Fünf Jahre "Stand up" sind für die Beteiligten ein Grund, das Jubiläum zu feiern. Kati Fischer spricht von einem Dankeschönjahr und von "Stand up number five". Wem zu danken ist: den Teilnehmern, ihren Eltern, allen, die an den Erfolg des Projektes geglaubt haben wie die Netzwerkpartner, insbesondere dem Jugendwerk Rolandmühle, dem LAP Burg und natürlich Karsten Weisheit.

Im Oktober soll es eine "Thank you"-Gala geben. Dann werden die Teilnehmer zeigen, was sie gelernt haben. Das ist nicht wenig, denn Karsten Weisheit und Kati Fischer haben inzwischen unter ihren Fittichen zwei Landesmeister. Und sie wissen wie die jungen Leute ticken: Einen richtigen Wettkampf mitzumachen, ist schon klasse. Landesmeister zu werden - das ist der Kracher.

Natürlich wird es eine Rückschau geben auf die vergangenen fünf Jahre. Und wie Kati Fischer der Volksstimme verriet, ist ein Buch in Vorbereitung. Es soll am Jubiläumsaktionstag vorgestellt werden.

Fünf Jahre "Stand up" sind kein Pappenstiel. Die Akteure hoffen, dass sie auch in Zukunft boxen können. Nahezu einziges Problem ist der Trainingsraum, in dem der Boxring untergebracht werden müsste. Kati Fischer ist auf der Suche nach einer Lösung, ist aber bisher noch nicht fündig geworden. Vielleicht gibts ja eine leerstehende Halle mit der nötigen Infrastruktur, die ein Burger Unternehmen nicht mehr benötigt?