Die Videoüberwachung in der Burger Innenstadt existiert seit knapp einem Monat. Erste Erfolge stellen sich ein. Vandalismusdelikte seien laut Polizei zurück gegangen. Zu konkreten Zahlen aus anderen Städten hält sich die Polizeidirektion allerdings bedeckt.

Burg/Magdeburg l Vier Personen klettern am Donnerstagabend gegen 19 Uhr auf das Panzerdenkmal im Goethepark. Im Polizeirevier Jerichower Land sehen das die Beamten auf dem Monitor der neu eingerichteten Videoanlage. Minuten später treffen die Polizisten auf einen ihnen bekannten 26-Jährigen. Am Denkmal finden sie drei Aufkleber mit rechtem Gedankengut - ohne strafrechtliche Relevanz. Durch die Polizei wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Ein Erfolg für die Videoüberwachung. "Der Vandalismus ist spürbar zurückgegangen", sagt Revierleiter Dietmar Schellbach.

Am und gegenüber dem Polizeirevier in Burg mit Blickrichtung zum Gummersbacher Platz, am Goethepark-Center, am Magdalenenplatz und am Markt hat die Videoüberwachung im Jerichower Land am 10. Juni begonnen. Einige Tage später folgte noch die Überwachung des sowjetischen Ehrenmals. Über Richtfunk werden die Daten von der Kamera in das Revier geliefert, die Bilder ausgewertet und nach 72 Stunden automatisch gelöscht. "Im Falle einer Straftat können wir die Bilder auch länger sichern. So können wir Ermittlungsansätze finden oder den Tathergang rekonstruieren", erklärt Schellbach. Über eine Software ist eine sogenannte Privatzonenausblendung hinterlegt. "Die Kameras sind nur auf Plätze und Straßen fokussiert, was sich in Wohnungen abspielt, können wir nicht sehen", erklärt der Revierleiter.

Der Innenstadtbereich sei durch die Kameras sicherer geworden, so Schellbach. Zudem habe die Videoüberwachung einen erheblichen präventiven Effekt. "Für Straftaten zählt natürlich nicht der Videobeweis, sondern dieser gibt Anstoß für die weiteren Maßnahmen", sagt Schellbach. Es sei einfach ein probates Mittel, ergänzend zur Fuß- und Fahrzeugstreife. Im Oktober werden die Daten dann ausgewertet und eine Entscheidung über den Verbleib der Kameras getroffen. "In Abhängigkeit vom Ergebnis dieser Prüfung wird darüber entschieden, ob die Maßnahme verlängert wird oder nicht", sagt Beatrix Mertens von der Polizeidirektion Nord.

Für die Polizeidirektion war der ausschlaggebende Punkt für die Installation der Videoüberwachung die verstärkten Straften, wie Körperverletzungen und Sachbeschädigungen, in den vergangenen Jahren, vor allem in der Schartauer Straße. Entsprechend häufig kam es zu polizeilichen Einsätzen in der Fußgängerzone. "Um dem entgegenzuwirken, sind diese Standorte auch im Interesse der dort ansässigen Einzelhändler und Anwohner eingerichtet worden", erklärt Mertens.

Neben Burg wird aktuell noch in Magdeburg, Halle, Bitterfeld-Wolfen und Merseburg entsprechende Videotechnik eingesetzt. "Sowohl der grundsätzliche Rückgang der Kriminalitätsbelastung an den überwachten Orten als auch der positive Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung führen zu einer positiven Gesamteinschätzung dieser Maßnahme", betont Anke Reppin, Pressesprecherin des Innenministeriums. Die eingesetzte Technik ist Eigentum des Landes. Mit den Eigentümern der Gebäude, an denen die Technik installiert wurde, seien Nutzungspauschalen für den bezogenen Strom zum Betreiben der Anlagen vereinbart worden, so Mertens.

Mit konkreten Zahlen hält sich die Polizei allerdings bedeckt. Für die Stadt Magdeburg gebe es aktuell keine Einschätzungen oder Auswertungen zur polizeilichen Videoüberwachung. "Deshalb können wir auch keine Bewertungen vornehmen", betont Michael Reif, Pressesprecher der Stadt. In Zuständigkeit der Polizeidirektion Nord ist seit 2006 am Willy-Brandt-Platz und seit 2008 am Hasselbachplatz mit diesen Maßnahmen begonnen worden. "Das Straftatenaufkommen in diesen Bereichen ist schwankend. Die Anzahl der Delikte macht es erforderlich, die Videoüberwachung auch weiterhin aufrecht zu erhalten", betont Polizeisprecherin Mertens.

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