Burg l Nach der Wahl ist vor der Wahl. Mit kurzem zeitlichen Abstand zur regulären Kommunalwahl werden die Einwohner von Schartau noch einmal an die Wahlurne gerufen - und zwar am Sonntag, 12. Oktober, von 8 bis 18 Uhr, bestätigt Stadtwahlleiter Bernhard Ruth.

Mittlerweile ist dieser Termin auch im Amtsblatt der Stadt offiziell bekanntgemacht worden. Demnach haben die in der Gemeinde vertretenen Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber bis zum 18. August, 18 Uhr, die Möglichkeit, entsprechende Wahlvorschläge beim Stadtwahlleiter (Alte Kaserne 2) einzureichen. "Alle Regularien müssen genauso eingehalten werden wie bei einer `großen` Wahl", betont Ruth.

Mehr Stimmen als Bewerber

Notwendig wird der Wahlgang deshalb, weil die Kandidaten von CDU und FDP mehr Stimmen als Sitze im Ortschaftsrat erzielt haben. Konkret heißt das: Die CDU kam auf so viele Stimmen, um vier Sitze besetzen zu können, allerdings bleiben zwei Sitze unbesetzt, da es auch nur zwei Bewerber auf der Liste gab.

Ähnlich war es bei den Liberalen: Die FDP hätte zwei Sitze einnehmen können; da nur ein Bewerber zur Verfügung stand, konnte auch nur ein Sitz zugeteilt werden. Die Folge: Die Hauptsatzung der Stadt sieht sieben Sitze vor, durch das erwähnte Wahlergebnis reduzierte sich diese Anzahl jedoch auf vier. Die Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt sieht in diesem Fall eine Ergänzungswahl vor, "wenn die gesetzliche Zahl der Mitglieder einer Vertretung auf weniger als zwei Drittel herabgesunken ist", erläutert Ruth. Dies entspricht in Schartau 4,66. Da vier Räte einen Sitz in dem Gremium haben, entspricht dies weniger als zwei Drittel. "Für die drei unbesetzten Sitze ist deshalb diese Ergänzungswahl im Herbst notwendig", so der Stadtwahlleiter.

Auch in Klitsche neue Wahlen im Oktober

Bei der Wahl am 25. Mai kam die CDU auf 461 Stimmen, die FDP auf 274, die Linke erzielte 103 und Einzelbewerber Wolfgang Seidel 69 Stimmen. Gewählt wurden Dr. Hans-Horst Borg (349 Stimmen) und Alfred Döhne (112/beide CDU), Marcus Teschner (274/FDP) und Kersten Schumacher (103/Linke).

Insgesamt gab es im Elbdorf vor knapp acht Wochen 568 Wahlberechtigte, 320 nutzten den Wahltag, so dass die Wahlbeteiligung bei 56,3 Prozent lag. Gültig waren 313 Stimmzettel, sieben ungültig. Zwischenzeitlich hat sich auch der Schartauer Ortschaftsrat konstituiert und Dr. Hans-Horst Borg wieder zum Bürgermeister gewählt.

Stadtwahlleiter Ruth hofft indes, dass viele Einwohner Anfang Oktober von ihrer Wahlmöglichkeit Gebrauch machen, damit der Ortschaftsrat komplettiert wird. Eine Ausnahme in puncto Nachwahlen bilden die Schartauer aber nicht. Auch die Einwohner von Klitsche (Stadt Jerichow) können am 2. November noch einmal ihre Stimme abgeben. Grund: Ein Kandidat verstarb kurz vor dem Wahltag durch einen tragischen Unglücksfall.