Burg l Der Freundeskreis "Dr. Heinz Meynhardt" folgt seiner selbst vorgegebenen Linie, der jungen Generation das Wirken des Burger Verhaltensforschers nahe zu bringen und sie für Tier- und Naturschutz zu begeistern. So jetzt, als Freundeskreismitglied Hubertus Ostermann Gymnasiasten zu Gast hatte. Es waren die Mädchen und Jungen der Projektgruppe "Wildschwein ehrenhalber", die sich aus 20 Schülern aus der 5. bis zur 10. Klasse zusammensetzt. Projektleiterin und Bio-Lehrerin Johanna Reich: "Ich hatte kein Problem, die Gruppe ins Leben zu rufen. Es gab mehr interessierte Schüler, als ich in das Projekt aufnehmen konnte. Ein Zeichen wohl dafür, dass der unvergessene Heinz Meynhardt auch bei den Jüngeren, die ihn nicht mehr selbst erlebt haben, bekannt und geachtet ist."

So hatte Hubertus Ostermann keine Mühe, mit seinem Vortrag unter freiem Himmel und beim Rundgang zum Entdecken von Rot- und Rehwild auf den Gelände des Burger Brehms die Projektgruppe anzuführen. Der Gerwischer Betreiber einer privaten Jagdschule hält und betreut ein Rudel von Hirschen mit deren Nachkommen. Aber zuerst erfuhren die Gymnasiasten viel Wissenswertes über Rot- und Muffelwild, wobei Ostermann nicht vergaß, die bewahrten Kenntnisse und Forschungsergebnisse von Meynhardt einfließen zu lassen. So staunten die Projektteilnehmer, dass ein Hirsch nur vier Monate braucht, um das alljährlich abgestoßene, große Geweih durch ein neues zu ersetzen. Ostermann sprach von einem Wunder der Natur, das mit Kopfnicken von den Mädchen und Jungen als solches bestätigt wurde. "Ihr müsst wissen, dass ein ausgewachsenes Geweih rund zehn Kilogramm wiegt und bis zum 14., 15. Lebensjahr des Hirsches stets so gewaltig wird. Erst danach wird es mit den Jahren leichter. Rund 20 Jahre lebt übrigens ein Hirsch."

Ostermann kam natürlich auch auf das Spezialgebiet von Dr. Heinz Meynhardt zu sprechen, also auf das Schwarzwild. "Meynhardt hat unter anderem durch seine Forschung herausgefunden, dass eine Wildschweinrotte auf Dauer eine Familie ist. Kein Frischling muss allein durch die Welt ziehen, wenn seine Mutter verendet oder erlegt worden ist. Das Jungtier wird jederzeit von den Bachen der Rotte als eigener Nachkomme aufgenommen", hörten die gespannt lauschenden Gymnasiasten von dem Meynhardt-Kenner. Lediglich die Keiler, wenn sie groß geworden sind, werden von den Muttertieren aus der Rotte gebissen. Sie bleiben bis an ihr Lebensende Einzelkenner.

Dass es zwischendurch eine Reihe von Fragen der Kinder an Ostermann gab, überraschte nicht. Auch dann, als sie sich gemeinsam durch den Brehm auf die Pirsch nach Hirschen und Rehen machten, die als Lohn auch entdeckt wurden.

Zum Abschluss des Besuches gab es für die Projektgruppe eine Überraschung vom Freundeskreis: Uwe Bade und Hans-Jürgen Rusczyk hatten eine DVD mit dem Titel "Mit Kamera und Fotofalle auf der Pirsch" her- und zusammengestellt.

Ein Filmdokument, das der Projektgruppe das Vermächtnis von Heinz Meynhardt näher bringen und die Liebe zur Natur vertiefen soll, so der Wunsch des Freundeskreises "Dr. Heinz Meynhardt".