Vor vier Jahren war südlich der Grabower Landstraße ein etwa 500 Meter langer und 30 Meter breiter Heckenstreifen angepflanzt worden, der die Anwohner gegen Immissionen aus dem Industrie- und Gewerbepark schützen soll. Doch die Hecke ist auch in diesem Sommer für die Anwohner ein großes Ärgernis.

Burg l "Wir werden von der angeblichen Hecke mehr belästigt als von der Industrie, gegen die wir durch die Hecke geschützt werden sollen", findet Anwohner Peter Letzner. Ein schmuckes Häuschen und ein gepflegtes Grundstück - diesen Traum haben sich die Burger verwirklicht, die an der Grabower Landstraße in den letzten Jahren neu gebaut haben. "Das Letzte, was wir gebrauchen können, ist ein 30 Meter breiter Unkraut-Streifen zwischen unserem Wohngebiet und dem angrenzenden Acker", so Letzner weiter. Momentan sei es besonders schlimm: Die unzähligen Diseln staubten das Wohngebiet mit ihren Samen regelrecht ein. Letzner: "Wir haben den Dreck nun über Wochen. Als die Fläche der jetzigen Hecke noch als Acker genutzt wurde, waren es zwei Tage, in denen geerntet und umgepflügt wurde, darauf konnte man sich einstellen." Schon im vergangenen Sommer hatte es den Anwohnern mit dem Unkraut in der Hecke gereicht. Sie forderten bei der Stadt eine Pflege der Anlage ein. Im September 2013 hatte dann der damalige Bau-Fachbereichsleiter Mario Schmidt den Abschluss der Pflegemaßnahmen mitgeteilt, wie wohl zum letzten Mal stattgefunden haben. "Denn nun soll die Hecke gar nicht mehr gepflegt werden", entrüstet sich Peter Letzner, der in der Stadtverwaltung vorstellig geworden ist. Die Stadt stehe auf dem Standpunkt, dass die erwünschten "Anwuchsergebnisse" erzielt worden seien, der Zaun demnächst abgebaut und eine weitere Pflege nicht mehr erfolgen soll, hat Letzner in Erfahrung gebracht.

Allerdings wundert sich der Anwohner über das Ergebnis der "Schutzmaßnahme" nach nunmehr vier Jahren: "Das Unkraut lässt den Bäumen und Sträuchern doch gar keinen Platz zum Wachsen, nimmt ihnen Luft, Licht und Wasser."

Tatsächlich haben die Anpflanzungen nach vier Jahren eine maximale Höhe von nur etwa 2,50 Metern erreicht. Momentan steht das Unkraut, das zum Ärger der Anwohner auch noch eine Brutstätte für Nacktschnecken ist, großflächig höher als die angepflanzten Bäume und Sträucher. Peter Letzner ist sich sicher: Wenn die Hecke eines fernen Tages doch noch ihre Funktion als Licht-, Lärm- und Geruchsschutzeinrichtung erfüllen soll, muss sie regelmäßig gepflegt werden, "sonst kümmern die Anpflanzungen weiter vor sich hin".

Stadt-Sprecher Bernhard Ruth sagte gestern, dass nach Expertenmeinung die Hecke inzwischen aus der "Kinderstube" heraus sei und eine weitere Pflege nicht vorgesehen ist. Der Rückbau des Zaunes soll erfolgen, sobald "entsprechende Kapazitäten" vorhanden sind. Und dass es viele Jahre dauern werde, bis die Anpflanzungen ihren Zweck erfüllen, sei von Anfang an klar gewesen, so Ruth.