Burg l Das kleine Torwächterhaus in der Burger Nordstraße 7 ist Geschichte. Nicht etwa, weil die Stadt keinen Torwächter mehr benötigt, sondern der Fachwerkbau mehr als marode war und zusehends zerfiel. Auch aus Gründen der Sicherheit musste der Bau auf dem rund 340 Quadratmeter großen Grundstück abgetragen werden - mit einem Abbruchvolumen von 530 Kubikmetern. "Die Stadträte haben mit der Verwaltung gemeinsam nach einer Prüfung des Gebäudes letztlich keine tragfähige Nachnutzung gefunden", begründet Peter May, zuständiger Mitarbeiter des Bau-Fachbereiches, die Entscheidung.

Abriss kostet 22 000 Euro

Rund 22 000 Euro wurden jetzt in die Abrissarbeiten investiert, wobei Fördermittel im Rahmen der Stadtsanierung zugute kamen. Nach Ende aller Arbeiten soll die Fläche als Aussichtspunkt mit Blick zum angrenzenden Kuhturm genutzt werden. Spaziergänger, die durch die Altstadt gehen und beispielsweise die Burger Türme erkunden, könnten dort verweilen, sagt Bau-Fachbereichsleiterin Sonnhild Noack. Eine Teilfläche des Grundstücks soll zudem an die benachbarten Hauseigentümer veräußert werden. Lutz-Jürgen und Bärbel Priebe pachten bis jetzt einige Quadratmeter, die an ihr Wohnhaus, das auch zur Nordstraße gehört, angrenzen. "Wir würden uns sehr freuen, wenn wir bald Eigentümer werden könnten", sagte das Ehepaar.

Zwei Keller freigelegt

Auch wenn das Abrissgrundstück relativ klein ist, waren die Arbeiten nicht einfach, erläutert May. "Ein sehr enger Arbeitsraum, eine instabile Nordwand und ein steiler Anhang zwangen jederzeit zur Vorsicht." Darüber hinaus habe ein Sturm auf dem Grundstück der Freiheitstraße 6 restliche Fachwerkteile umgeworfen. Um Schäden auszuschließen, musste mehr Handabbruch durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Arbeiten legten die Bauleute auch zwei Keller frei, die vom Landesamt für Denkmalpflege dokumentiert wurden. Archäologische Besonderheiten seien nicht gefunden worden.

Wenn die schwere Baggertechnik abgezogen ist, wird das Areal begradigt und mit Feinsplitt abgedeckt. Zum Kuhturm hin ist eine Mauer als Abgrenzung geplant.

Heimatverein hatte Vertrag gekündigt

Das Torwächterhaus zählte neben Weinberg, Berliner Torturm, Hexenturm und Kuhturm ursprünglich zu den Objekten, die vom Burger Heimatverein betreut wurden. Mit Beginn des Jahres 2012 hatte der Verein dann die Nutzungsverträge dafür mit der Stadt gekündigt. Auch deshalb, weil nicht mehr genügend Personal zur Verfügung stand. Davor war auch einmal vorgesehen, das Torwächterhaus zu sanieren und als Militärhistorisches Kabinett zu nutzen.