Die Kreisvolkshochschule Jerichower Land geht ins Schuljahr 2014/2015. Im vorigen Jahr gab es über 260 Lehrgänge. Kreativ-, Gesundheitsangebote und berufliche Bildung sind gefragt. Die Schule will mit ihren Angeboten noch mehr in die Fläche gehen.

Burg/Schartau/Genthin l "Ich habe so eine kleine Kamera zum Knipsen, die beherrsche ich, aber ich würde gern mehr erfahren, wie man gut fotografiert." Claudia Schwabe war am Sonnabend in die Kreisvolkshochschule in Burg gekommen. Hier startete der Fotografie-Kurs ins zweite Halbjahr.

Auch Uwe Winter aus Gommern meldete sich. "Seit einem Jahr fotografiere ich, vor allem in der Natur, aber auch in Städten. Ich will mehr wissen und gemeinsam fotografieren macht mehr Spaß, glaube ich."

Über das Interesse freute sich der Magdeburger Fotograf Rainer Lorenz. Er ist Dozent an der Kreisvolkhochschule. "Wir haben zwei Jahre lang vergeblich versucht, diesen Kurs aufzubauen. Es hat nicht geklappt. Auch in Genthin war das Interesse am Ende leider zu gering."

Um einen Kurs an der Kreisvolkshochschule aufmachen zu können, werden zunächst in der Regel sieben bis zehn Anmeldungen Minimum benötigt. Fürs Fotografieren kamen dann doch noch genügend Interessenten zusammen. Und es konnte losgehen - mit dem Erlernen der Grundlagen.

Die Teilnehmer hatten dann derart Blut geleckt, dass es unter Leitung von Reiner Lorenz weitergehen konnte und sollte. "Ich fotografiere ja eigentlich schon seit 35 Jahren. Aber erst der Grundlagenkurs und jetzt die Fortsetzung im Fotoclub haben echt was gebracht - und es macht Spaß", sagte Rolf-Rüdiger Roeder. Mit dem Stolz eines Jägers zeigte er auf seiner Kamera Aufnahmen einer Libelle, die er jüngst "geschossen" hatte. Angela Hans nickte anerkennend.

"Im ersten Kurs-Halbjahr haben wir in Burg fotografiert. Es sind tausende Bilder entstanden", berichtete Reiner Lorenz. "Eine Auswahl soll im Herbst im Burger Kino im Vorspann gezeigt werden. Das ist doch was, oder?"

Im zweiten Halbjahr will sich der Fotoclub am Fotografieren von Gewässern im Jerichower Land versuchen. Am Sonnabend ging es an die Elbe bei Schartau. Wetter und Licht waren optimal. "Im Herbst wird es auch wieder zwei Grundlagenkurse geben", kündigte Lorenz an. "Interessenten aus dem gesamten Kreis sind gern gesehen."

Das Fotografieren ist einer von vielen Kursen, die die Kreisvolkshochschule Jerichower Land anbietet. Das aktuelle Jahresprogramm 2014/2015 liegt jetzt vor. Dessen Bandbreite erwächst "aus den Erfahrungen der Vorjahre seit 2011", erläuterte Schulleiterin Yvonne Nitzsche. "Wir werten genau aus, was gut läuft, was weniger gut geht. Dann entscheiden wir."

Für die Kreisvolkshochschule hat sie eine positive Entwicklung ausgemacht. "Das Jahr 2013 war das beste Jahr seit 2007." 263 Kurse gab es im vorigen Jahr mit 2584 Teilnehmern. Im Jahr 2007 waren es 243 Kurse mit 2498 Teilnehmern. Einzig die Zahl der Unterrichtsstunden ist rückläufig: von 7700 auf 6100. "Damals gab es noch sehr viele Sprachkurse für Spätaussiedler mit sehr vielen Stunden", begründet sie den Rückgang.

Für die gute Entwicklung ist ein Wandel bei den Kursen und bei der Ausrichtung mit ursächlich. "Bei den Kreativangeboten gibt es eine Verdopplung seit 2011", erläutert Nitzsche. "Wir sind dabei nicht nur in Burg und Genthin, sondern gehen in die Fläche, in die Einheitsgemeinden, zum Beispiel auch bei Gesundheits-Fitnesskursen. Das wird gut und immer mehr angenommen." Kürzere Wege zum Angebot scheinen ein Erfolgsrezept zu sein.

Sehr gefragt sind die Auffrischungs- und Intensivkurse im "Bildungsurlaub". Fünf Kalendertag im Jahr stehen Arbeitnehmern laut Gesetz im Land zu. Die Angebote reichen von Excel, Rhetorik, Englisch über Rückengesundheit im Büro bis zu Burn-Out-Prophylaxe und die Vorbereitung auf die über die IHK geprüfte Ausbildereignung (Ada-Schein).

Echte Renner sind Kurse im Computer- und Handy-Bereich. "Vor allem Senioren wollen da fit sein", so Nitzsche. "Der PC-Kurs läuft nach wie vor sehr gut, auch ein Smartphone-Kurs ist sehr gefragt. Darum haben wir jetzt auch einen PC-Tablet-Kurs neu aufgenommen."

Was angeboten werden kann, hängt oft ab, ob es für das signalisierte Interesse an Themen, die in Kurse gegossen werden könnten, auch Dozenten gibt. "Zur Zeit suchen wir Dozenten für altdeutsche Schriften und für Gebärdensprache. Hier gibt es echtes Interesse", sagt Yvonne Nitzsche. "Mal schauen, ob wir fündig werden."