Einen größeren Zusammenhalt in ihrem Verein wollen die Mitglieder der Gartenanlage Weinberg in Gommern erreichen. Am Wochenende trafen sie sich zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung und steckten erste Ziele ab.

Gommern l Die Lage am Sonnabendvormittag vor dem Vereinsheim der Gartenanlage Weinberg war ernst. Vereinsvorsitzende Renate Mebes drohte, ihr Ehrenamt aufzugeben. Sei die Chefin erst einmal weg, sei es schwierig, jemanden zu finden, der ihre Aufgabe übernimmt, sprach Regionalbereichsbeamter Rüdiger Ebeling den mehr als 30 Mitgliedern, die zur außerordentlichen Versammlung gekommen waren, ins Gewissen.

Diebstähle aus Bungalows sind am Weinberg wie in anderen Kleingartenanlagen ein wiederkehrendes Problem. Renate Mebes hat es schon oft getroffen. Wichtig sei, die Lauben und die Eingänge zu sichern und über den Winter alle Wertgegenstände mit nach Hause zu nehmen, erklärte Rüdiger Ebeling. Er gab aber auch zu bedenken, dass je stärker eine Laube gesichert sei, desto größer könne der Schaden durch Einbrecher ausfallen. Für die leerstehenden Gärten müssten neue Pächter gefunden werden. "Einbrüche wird es immer geben", machte er deutlich, dass es kein Patentrezept gebe.

"Wichtig ist auch, darauf zu achten, wer hier durchgeht und wer sich hier umsieht", setzte sein Kollege Karsten Dannemann hinzu.

Die Kleingärtner waren sich bewusst, dass sie selbst aktiv werden können. Bislang sei nicht ausreichend darauf geachtet worden, die Haupttore in die Gartenanlage abzuschließen. Das bestätigten viele Anwesende. "Egal, wann man kommt, die Bude ist offen", kritisierte ein Gartenfreund. Statt abzuschließen werde mit dem Fahrrad durchs offene Tor gefahren und nicht noch einmal angehalten, war eine Beobachtung. Die Vereinsmitglieder stimmten deshalb für den Vorschlag des Vorstandes, an den Toren außen die Klinken durch Knaufe zu ersetzen. Dann könnten zumindest keine Fremden mehr ohne weiteres in die Anlage. Rüdiger Ebeling riet, eine Feder an der Tür anzubringen, damit sie automatisch ins Schloss falle. Gemeinsam mit Karsten Dannemann hörte er den Frauen und Männern aufmerksam zu und diskutierte mit. "Wir sind dafür da, um so etwas zu hören."

In den Abendstunden oder wenn man sehe, dass kein anderer mehr im Garten sei, solle die Tür dann richtig abgeschlossen werden, legten die Kleingärtner fest.

Auch andere Probleme brannten ihnen auf den Nägeln. Das ist zum einen der schlechte Zustand des Weinbergweges, der wegen seiner Unebenheit vor allem älteren Radfahrern oder Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, große Schwierigkeiten bereit.

Zum anderen wird der Grünschnittplatz und nicht zuletzt der immense Verkehr dorthin, dessen Geräuschkulisse am Sonnabendvormittag die Versammlung der Kleingärtner mehr als einmal gestört hat, kritisch gesehen: "Wenn hier einer Kuchen auf dem Tisch hat, das knirscht ja".

Renate Mebes informierte, dass sie beim Bürgermeister vorgesprochen habe, da der unmittelbar an die Gartenanlage grenzende Weg der Stadt Gommern gehöre. Jedoch ohne den gewünschten Durchbruch. Aussicht, den Grünschnittplatz zu verlagern, gebe es nicht. Das nächste Anliegen, um das sich der Weinberg-Vorstand kümmern wird, ist das Halten von Kleintieren in der Anlage, das laut Satzung genehmigt werden muss.

Zum Abschluss der Versammlung erhielt Renate Mebes deutliche Unterstützung und schon Zusagen, sich am Erntedankfest am 13.September zu beteiligen. Der gemütliche Nachmittag gehört zu den Versuchen, das Vereinsleben wieder zu aktivieren. An vergangene Feste erinnerten sich die Mitglieder jedenfalls gern zurück. "Nur gemeinsam können wir was erreichen", lautete der Tenor.

Sprechzeiten des Vorstandes: donnerstags von 16 bis 17 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr im Vereinsheim.

Bilder