Mit einem kleinen Appell und leider von wenigen Gerwischer Bürgern bemerkt, ist am frühen Freitagabend der Toten des Ersten Weltkrieges gedacht worden.

Gerwisch l Vor dem Denkmal neben der Gerwischer Kirche an der Bundesstraße 1 sind Kameraden der Freiwilligen Ortsfeuerwehr aufgezogen. Wehrleiter Wolfgang Beckmann befehligt die Ehrenformation. Zwei Kameraden führen ein Blumengesteck mit sich, das sie mit Beginn der kurzen Ehrung zu Fuße des steinernen Adlers niederlegen.

Die Ortsbürgermeisterin erinnert an den 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges, der auch in Gerwisch seine Spuren hinterlassen hat und Familien zu Opfern und Trauernden gemacht hat.

Sie blickt zurück in die Geschichte und erinnert, dass vor 100 Jahren, das Deutsche Reich Russland den Krieg erklärt habe. Das fürchterliche Wüten dieses Krieges kostete rund 27,5 Millionen Menschen in Europa und in Amerika das Leben.

In eine steinerne Tafel sind in roter Farbe 39 Namen von Gerwischer Einwohnern graviert, die bei den Kämpfen ums Leben kamen beziehungsweise später an ihren Verletzungen starben. Allein der Name Tuchen ist auf dieser Liste dreimal verzeichnet. Aus Schmerz und Trauer und auch aus Wut und Verzweiflung, so ist überliefert, soll die Kirchenglocke von einem Vater so lange und so heftig geläutet worden sein, bis sie barst.

Die Ortsbürgermeisterin vergisst nicht zu erwähnen, dass auch die Gerwischer selbst Schuld an diesem Massensterben auf sich geladen hätten, weil in Gerwisch der chemische Kampfstoff Lost für die Front hergestellt worden war.

Unter den Opfern befanden sich auch zwei Feuerwehrmänner, erinnert Wehrleiter Wolfgang Beckmann und nennt die Namen Heinrich Schweck und Fritz Platte.

Mit einem dreifachen "Gut Wehr" ehren die Feuerwehrmänner ihre beiden im Krieg umgekommenen Kameraden.