Im Lostauer Seniorenwohnpark "Zur Heide" haben vor einigen Tagen zwei junge Leute einen neuen Start ins Berufsleben gewagt.

Lostau l Susann-Maria Adolf und auch Norman Gelojan haben mit ihren 27 bzw. 22 Jahren natürlich schon eine Berufsbiografie hinter sich. Die junge Frau hatte diesen Beruf schon in Burg angefangen zu lernen, musste dann aber einen Aufhebungsvertrag machen und stieg um auf Polster- und Dekornäherin. In diesem Beruf konnte sie jedoch keine Anstellung finden. Sie besann sich wieder auf ihren früheren Berufswunsch, der sich inzwischen noch fester eingebrannt hatte. Da sie in Burg bereits einen Einblick bekommen und auch ganz persönlich ihre Oma gepflegt hatte, weiß sie, dass es ein anspruchsvoller Beruf ist, der viel Hingabe und Zuwendung verlangt und auch körperlich anstrengend ist. Ihre positive Einstellung resultiert aus ihrer Erfahrung, dass es mit viele Arbeit gelingen kann, dass es älteren, pflegebedürftigen Menschen auch wieder besser gehen kann.

Finanzielle Nöte machten es Norman Gelojan unmöglich, seine Ausbildung zum Kinderpfleger weiterzuführen. Erst nach mehreren Monaten sei ihm das Bafög überhaupt gezahlt worden. Und dann waren es 85 Euro im Monat. Davon sollte er das Bastelmaterial für die Kita noch selbst bezahlen.

Der junge Mann, der schon in seiner ersten Lehre als Tischler nicht so richtig Fuß fasste und sie abbrach, will es nun in Lostau schaffen. "Der Pflegeberuf," sagt er, "das sei schon was für ihn." Das habe er schon bei den Kindern gemerkt. Nun wolle er es mit den Senioren versuchen.

Im Lostauer Wohnpark seien beide sehr herzlich aufgenommen worden, sagen sie übereinstimmend. Mit den älteren Herrschaften könne man sogar kleine Späße machen, ist Norman Gelojan freudig überrascht.