Hohenwarthe l Nicht erst in der jüngeren Gegenwart ist Hohenwarthe ein beliebter Ausflugsort. Wie das Foto oben belegt, landeten schon in den 20er Jahren Passagierschiffe an, die eine lustige Schar von Ausflüglern in den Ort mit seinen gemütlichen Gaststätten brachten.

Ihre Blütezeit erlebte die Passagierschifffahrt auf der Elbe nach dem Ersten Weltkrieg. In Magdeburg etablierte sich die namhafte Reederei Otto Krietsch. Eins ihrer vier Schiffe ist die oben abgebildete "Markgraf", ein Seitenradpassagierdampfer, der 1906 in der Werft Berninghaus bei Hamburg gebaut worden war. Die 600 PS starke Dampfmaschine trieb das 59 Meter lange Schiff zügig an, um die Städter aus Magdeburg in die Sommerfrische zu bringen. Übrigens ist das Schiff, bevor es der Magdeburger Reeder Krietsch erwarb, auch auf dem Rhein unterwegs gewesesen.

Der umtriebige und engagierte Geschäftsmann hat Nachkommen, die heute - wie kann es anders sein - in Hohenwarthe leben, natürlich unmittelbar am Elbufer. Frank Dömeland ist der Urenkel von Otto Krietsch.

Sein anderer Urgroßvater war das Hohenwarther Original Franz König, der in nächster Nähe der heutigen Gaststätte "Waldschänke", um 1900 die Schiffswerft Hohenwarthe gründete. Bis zu 100 Menschen hatten hier Arbeit gefunden.

Die Frau des Werftbetreibers König beantragte 1912 eine Schanklizenz und ließ in etwas Abstand vom Wohngebäude einen festen Ausschank errichten. Das war die Geburtsstunde der "Waldschänke", die sich auch zu DDR-Zeiten einer großen Beliebtheit erfreute. Somit hat das heutige Hotel und Restaurant "Waldschänke" bereits seit über 100 Jahren das Schankrecht.

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