Die Stadtwerke Burg gehen beim Klimaschutz neue Wege. Das Unternehmen hat gemeinsam mit der Münchner Klimaschutzberatung FutureCamp Holding GmbH die KlimaManufaktur gegründet.

Burg l Ziel des neuen Unternehmens sei es, mit innovativen Lösungen das umfassende Thema des Klimaschutzes greifbar zu machen, erklärten Stadtwerke-Chef Dr. Alfred Kruse und Dr. Roland Geres, Geschäftsführer des neuen Unternehmens. Die Stadtwerke und die Klimaschutzberatung FutureCamp Holding GmbH halten jeweils 50 Prozent der Geschäftsanteile. Zuvor hatte auch der Burger Stadtrat als Anteilseigener der Stadtwerke der Gründung zugestimmt.

Konkret geht es darum, Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren. Ob dies durch die Steigerung der Energieeffizienz vorhandener Gebäude oder Technik geschieht oder durch die Kompensation des klimaschädlichen Kohlendioxids an anderer Stelle, ist Kern der Beratung der KlimaManufaktur. "Ein schlüssiges Beratungskonzept und innovative Produkte, die Kunden verstehen, seien besonders wichtig", erklärt Dr. Alfred Kruse. Ob Kommunen, Privathaushalte, Firmen oder andere Energieversorgungsunternehmen - für alle Partner entwickelt der neue Dienstleister passende Maßnahmen für den Klimaschutz. Auch deshalb, weil der Bedarf ständig wachse. Denn die neue Energieeffizienzrichtlinie der EU stelle zunehmend konkrete Anforderungen an alle Akteure. "Klimaschutz ist ein öffentlicher Zweck, der auch auf kommunaler Ebene immer stärker in den Focus rückt", ergänzt Dr. Roland Geres.

Wie können Konzepte

entwickelt werden?

Als örtliches Unternehmen wollen die Stadtwerke Burg vorausgehen. Sie haben die Menge an klimaschädlichen Gasen, die durch ihre Aktivitäten seit 2012 produziert worden sind, neu-tralisiert. Und das funktioniert so: Am Ende des Jahres wird berechnet, wieviel Kohlendioxid durch Aktivitäten des Unternehmens entstanden ist. Bei den Stadtwerken waren das im vergangenen Jahr insgesamt 311 Tonnen. Diese wurden in vier zertifizierten Klimaschutzprojekten im In- und Ausland ausgeglichen. In diese Rechnung sind alle Emissionen eingeflossen, die entstanden sind aus dem Eigenverbrauch an Strom, Gas und Wärme sowie Trinkwasser und Abwasser, der Herstellung von Druckerzeugnissen und allem verwendeten Papier, aus Dienstreisen und Pendlerverkehr der Mitarbeiter.

Damit sind die Stadtwerke Burg laut Dr. Kruse der erste Energiedienstleister in Sachsen-Anhalt, der seine Emissionen freiwillig ausgleicht. Denn: "Wir müssen mit aller Kraft den Ausstoß an klimaschädlichen Gasen senken, um den Klimawandel zu verlangsamen." Das unterstreicht auch Roland Geres: "Als Dienstleister ist es für uns selbstverständlich, Emissionen zu vermeiden und dort, wo das nicht möglich ist, wenigstens einen Ausgleich zu schaffen." Deshalb gleiche FutureCamp seine Emissionen, beispielsweise für die Dienstreisen der Mitarbeiter, bereits seit 2006 freiwillig aus.

Doch Neutralisation an anderer Stelle ist nicht alles: Die Stadtwerke Burg engagieren sich zum Beispiel in Projekten wie der Umstellung des Fuhrparkes auf Erdgasfahrzeuge, Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Beleuchtung und den Bau einer eigenen Photovoltaikanlage. Allein diese habe innerhalb von fünf Monaten die Kohlendioxid-Emissionen nachhaltig um 4,65 Tonnen gesenkt.

Und das soll nur ein Anfang sein.