Radlader, Transporter, Bagger - auf dem ehemaligen Schlachthofgelände in Burg an der Blumenthaler Straße gehen die Abrissarbeiten zügig voran. Unliebsame Überraschungen im Erdreich blieben bislang aus.

Burg l Mächtige Greifer fressen sich mit unbändiger Kraft in den Beton und zerstückeln diesen. Den ganzen Tag über fahren Lkw Stein und Schutt vom Gelände, das mittlerweile einer großen Freifläche gleicht. Drei Monate nach Beginn der Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Betriebsgelände erinnert fast nichts mehr daran, dass hier einmal der Burger Schlachthof mehr als 90 Jahre existierte. Fast 40 000 Kubikmeter Beton und Schutt wurden mittlerweile abtransportiert, 37 Gebäude, darunter der 25 Meter hohe Schornstein und Kühlhäuser, abgerissen, resümiert Frank Ahlborn vom zuständigen Magdeburger Planungsbüro. Seit etwa drei Wochen bohren sich die Baggerarme auch in die Tiefe des Bodens und entfernen Fundamentreste der verzweigten Kellergewölbe. Auch diese Arbeiten laufen nach Plan. "Manch einer hatte prophezeit, dass es im Erdreich einige Überraschungen in den Kanälen oder Schächten, wie Knochen, geben könnte, aber das ist bislang ausgeblieben", sagt Bauleiter Sebastian Bucher von der beauftragten Abbruchfirma aus dem Erzgebirge, die mit vier bis sechs Mitarbeitern vor Ort ist.

Mit in die Arbeiten eingebunden war auch die Denkmalschutzbehörde, deren Mitarbeiter stießen bislang ebenfalls auf keine historisch bedeutenden Gegenstände.

Ende September werden sämtliche Arbeiten an der Blumenthaler Straße abgeschlossen sein. "Diesen Termin werden wir sicher einhalten. Alles läuft wie vorgesehen. Mit der Qualität der Arbeiten sind wir zufrieden", versichert Iris Liebthal, Sachgebietsleiterin Hoch-/Tiefbau in der Stadtverwaltung. Sie betreut dieses Großprojekt.

Mit der Beräumung des seit 1989 brachliegenden, rund 12 800 Quadratmeter großen Geländes verschwindet auch der größte Schandfleck der Kreisstadt, der nach seiner Umgestaltung nicht wiederzuerkennen sein wird, meint Iris Liebthal. Das Areal wird profiliert und größtenteils begrünt. Für die Landesgartenschau wird die Fläche dann als Hauptparkplatz für rund 800 Fahrzeuge genutzt. Immerhin werden Tausende Besucher erwartet, die dann an dieser Stelle den direkten Zugang zum Laga-Gelände nutzen können.

Die Investitionssumme für die Revitalisierung des Geländes liegt bei etwa 1,5 Millionen Euro. Das Vorhaben wird mit aus Geldern des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert, die Stadt bekommt hierfür einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent. Den entsprechenden Zuwendungsbescheid überreichte Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) Ende vergangenen Jahres.

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