42 Kreistagsmitglieder, acht Ausschüsse in veränderter Zusammensetzung - ab September beginnen die gewählten Vertreter des Kreistages mit der Ausschussarbeit. Auf neue Impulse und Ideen hofft der neue Landrat.

Burg/Genthin l Die Besetzung der Ausschüsse ist im Großen und Ganzen gleich geblieben (siehe Infokasten). Ganz und gar neu sind die Vorstellungen des neuen Landrates Steffen Burchhardt (SPD) wie er mit den Ausschüssen zusammen arbeiten will. "Ich erhoffe mir sachliche Auseinandersetzungen, in denen um die beste Lösung gerungen wird", so der Landrat. Darüber hinaus besteht der Wunsch nach neuen Impulsen und Ideen. Burchhardt: "Was kann verbessert werden und welche Schwerpunkte machen das Jerichower Land zukunftsfähig? Ich wünsche mir lebendige Diskussionen, vor allem im Vorfeld eines Beschlusses."

Laut Sitzungskalender werden die Ausschüsse des Kreistages ihre Arbeit im September wieder aufnehmen. Offen ist noch ein Platz im Umweltausschuss, für den die SPD-Fraktion noch keine Person benannt hat und die Konstituierung des Jugendhilfeausschusses, die für den 4. September vorgesehen ist. "Es ist ein beschließender Ausschuss, und da wollten wir die Konstituierung nicht in die Ferien- bzw. Urlaubszeit legen", informiert Ilona Abraham aus der Kreisverwaltung.

Gemeinsam Lösungen für Probleme entwickeln

Steffen Burchhardt will ein Wir-Gefühl schaffen. Das sagte er kurz vor seinem offiziellen Amtsantritt im Gespräch mit der Volksstimme. "Die Themen sollen vorher gründlich mit den Fraktionen und dann natürlich auch in den Ausschüssen besprochen werden, dann haben wir eine gute Grundlage für mehrheitsfähige Beschlüsse", sagte er Ende Juni. Sein Ziel sei es, bei allen Entscheidungen, die anstehen, alle gewählten Vertreter mit ins Boot zu holen. So beschreibt er auch, die Ausschussarbeit, die er sich in den kommenden Jahren vorstellt. "In den Ausschüssen geht es nicht nur um ein Ja oder Nein, vielmehr darum, gemeinsam Lösungen für aktuelle Probleme zu entwickeln." Je besser die Arbeit in den Ausschüssen, desto einfacher gestalte sich die Arbeit für den Kreistag als Ganzes.

An dem Sitzungsrhtythmus, der in der vergangenen Wahlperiode durchaus mal kritisiert wurde, will er festhalten. Er sagt aber auch: "Die Ausschüsse tagen vor jedem Kreistag, bei Bedarf können die Mitglieder aber jederzeit eine zusätzliche Sitzung anberaumen", so Burchhardt. Die bloße Anzahl der Sitzungen sage nicht viel aus. "Richtungsweisende Dinge anzuschieben, ist sinnvoller, als an drei Terminen oberflächlich bleiben", betont der Landrat.

Meinungsbildungsprozess, der viele Leute mitnimmt

Für eine konstruktive Arbeit in den Ausschüssen dürfe man sich keine persönlichen Befindlichkeiten erlauben, dennoch brauche es aber auch Ausschussmitglieder, die den Finger mal in die Wunde legen, sagte der Landrat im Juni. Für die Arbeit des Kreistages ist es zentral, dass "es einen frequenten und intensiven Austausch innerhalb der verschiedenen Parteien gibt", erklärt Burchhardt. Der Landkreis brauche einen Meinungsbildungsprozess der entsprechend viele Leute mitnimmt und alle wichtigen Argumente zu Tage fördert. "Nur dann können gute Entscheidungen getroffen werden", blickt Burchhardt in die Zukunft.