Niegripp/Hohenwarthe l Nach einer Bauzeit von rund zehn Monaten wurde am Mittwoch die Landesstraße 52 von Hohenwarthe nach Niegripp wieder für den Verkehr frei gegeben. "Damit sind auf einer wichtigen Straße im Land die zum Teil verheerenden Folgen der Hochwasserkatastrophe vom vorigen Jahr endgültig beseitigt", sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU).

Die Bauarbeiten wurden in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase ging es darum, die Befahrbarkeit der Straße wieder herzustellen. "Anfangs musste vor allem geräumt werden. Dazu kam eine entsprechende Geländeprofilierung", erinnerte der Minister. Hinzu kam die Reparatur der wichtigsten Versorgungsleitungen. Dieser Abschnitt wurde bereits Ende 2013 beendet. Die zweite Phase begann dann im Frühjahr dieses Jahres mit dem Auftragen der Deckschicht, dem Anschluss an die kommunale Straße und dem Herrichten der Nebenanlagen. Nach der gestrigen Freigabe folgt nun nur noch der Rückbau der Umleitungsstrecke.

Das Bauvorhaben wurde gemeinschaftlich vom Land, dem Wasser- und Schiffahrts-amt sowie der Stadt Burg umgesetzt. Die Instandsetzung der Straße, einschließlich aller Nebenanlagen und der Einrichtungen auf dem Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes, hat insgesamt eine Million Euro gekostet. Knapp die Hälfte davon ist aus dem Hochwasserfonds bereitgestellt worden. Die neue Fahrbahn der L 52 im vormals zerstörten Bereich folgt der alten Trassenführung und ist jetzt durchgängig 6,50 Meter breit. Hinzu kommen auf jeder Seite 1,50 Meter breite Bankettstreifen. In Fahrtrichtung Hohenwarthe wurde der straßenbegleitende Geh- und Radweg linksseitig wieder angeschlossen.

Juni-Hochwasser 2013 soll Mahnung sein

Rückblick: Am 7. Juni des vorigen Jahres erreichte die Flut während des Elbehochwassers die Landesstraße südwestlich der Schleuse Niegripp. Dadurch wurde die Straße auf einer Länge von rund 80 Metern sowie Teile der Gemeindestraße regelrecht weggespült. Das Wasser bahnte sich seinen Weg weiter über das sich anschließende Gelände des Wasser- und Schifffahrts-amtes Magdeburg. Auch hier wurden zahlreiche bauliche Anlagen wie beispielsweise zwei Verbindungsstraßen von der L 52 zum Werksgelände des Amtes, zwei Parkplätze und eine Radweganbindung völlig zerstört. Alle Versorgungsleitungen in diesem Bereich waren nicht mehr vorhanden und mussten neu verlegt werden.

"Wir hatten hier in der Region hohe materielle Schäden, sind aber letztendlich doch glimpflich davon gekommen", sagte Webel. Das Hochwasser aus dem vergangenen Jahr solle als Mahnung betrachtet werden, dass uns die Natur vor große Probleme stellen kann, betonte der Verkehrsminister. Bis 2020 sollen jetzt alle Deiche verbessert werden, damit derartige Katastrophen nicht noch einmal passieren können. "Wenn die Deiche sicher sind, können wir über alles weitere sprechen. Bis dahin hoffe ich, bleiben wir von einem erneuten Hochwasser verschont", sagte Webel bei der Straßenfreigabe.