Die Klusbrücke bei Wahlitz ist nicht nur das älteste verkehrstechnische Denkmal im Raum Magdeburg, sondern auch ein wichtige touristische Verbindung zwischen Magdeburg und Gommern. Die Brücke ist dringend reparaturbedürftig.

Wahlitz/Gommern l Radfahrer absteigen! Die Aufforderung unterhalb der Klusbrücke ist unmissverständlich. Die meisten Radler werden sie wohl auch befolgen, den die kurze, knackige Steigung des östlichen Brückenbogens verbunden mit dem unebenen Kopfsteinpflaster verlangt einiges an Kraft und Geschick, um auf dem Sattel die Klusbrücke zu erklimmen.

Kaum hat er die Steigung überwunden, steigt der ältere Mann wieder auf sein Fahrrad auf und rollt den bequemen, westlichen Bogen gen Magdeburg hinunter. Das Klappern seiner Kette, die gegen den Schutz schlägt, ist das einzige Geräusch, das weit und breit zu hören ist. Aber nicht für lange, die nächsten Radtouristen aus Richtung Magdeburg rollen schon heran.

Dass die Radfahrer über die Klusbrücke schieben sollen, hängt jedoch nicht mit der Steigung und der unebenen Oberfläche zusammen, sondern mit ihrer Brüstungshöhe. Die ist so niedrig, dass sie keinerlei Schutz bietet.

Und wer genauer hinschaut, sieht, dass sie hier und da zu bröckeln beginnt. Der schlechte Zustand der Klusbrücke ist im Gommeraner Rathaus bekannt. "In Kürze gibt es einen Ortstermin und wir werden beratschlagen, was gemacht werden kann", sagte Bürgermeister Jens Hünerbein. Als Ergebnis dieser Beratung wird sehr wahrscheinlich eine Einschränkung der Nutzung herauskommen. Eine komplette Sperrung soll es aber nicht geben. "Diese wäre nicht im Sinne des Tourismus", fügte der Stadtchef hinzu.

In beiden Punkten ist er sich mit dem Wahlitzer Ortsbürgermeister Reinhard Dame einig. Zum einen, dass an der Klusbrücke unbedingt etwas gemacht werden muss. Zum anderen, dass eine Sperrung Gift für die touristische Entwicklung wäre. Eine Alternative Route zur Klusbrücke gibt es nicht. Für Wanderergruppen, von denen laut Reinhard Dame viele über Pechau nach Wahlitz kommen, wären die Umwege viel zu lang. Radfahrer müssten auf den Radweg entlang der B 184 ausweichen oder auf dem Apshaltband parallel zum Umflutkanal bis nach Vogelsang fahren und dann zurück nach Wahlitz.

"Die Klusbrücke ist wichtig für den Tourismus in unserem ganzen Territorium", betonte Reinhard Dame und verwies auf die Einschnitte, die allein schon der Verlust der Gommeraner Jugendherberge verursachte.

Aus dem städtischen Haushalt kann die Sanierung der Klusbrücke nicht bezahlt werden, machte Jens Hünerbein klar. Eine erste Überlegung ist, Leader-Mittel einzuwerben. "Aber da stehen wir noch ganz am Anfang." Es wird vermutlich noch Jahre dauern, bis die Klusbrücke komplett saniert ist.

Schneller als für das jahrhundertealte Bauwerk ist für die rund 200 Meter Radweg hinter der Klusbrücke in Richtung Magdeburg eine Lösung gefunden worden. Der Abschnitt sei immer ungepflegt. Als Wahlitzer Gastwirt ist Reinhard Dame schon mehrmals von Radtouristen darauf angesprochen worden. Davor und danach lässt der Radweg nichts zu wünschen übrig, aber dieses Stück wird nicht gemäht. Begegnen sich Radler oder Wanderer, muss einer ins Gestrüpp ausweichen.

"Hinter der Klusbrücke beginnt die Gemarkung Magdeburg", erklärt Gommerns Wegewart Steffen Grafe und versichert im gleichen Atemzug, dass er sich um die Pflege des Abschnittes kümmern werde.

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