Nach Vorlesungen zu Carl von Clausewitz im Rahmen der Senioren-Universität an der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg kommen ältere Semester jetzt auch nach Burg. Die Erinnerungsstätte im Clausewitz-Geburtshaus in der Schulstraße wird zum Besuchermagneten.

Burg l Ein kleines Haus in der Schulstraße in der Burger Altstadt sorgt für Aufsehen. Hier erblickte der bedeutende Militärtheoretiker und Heeresreformer Carl von Clausewitz (1. Juli 1780 bis 16. November 1831) das Licht der Welt. Das Haus ist keine Kultstätte. Eine Erinnerungsstätte, die in den Jahren 1999 und 2000 hier entstand vermittelt Kenntnisse über die regionale und überregionale Geschichte und geht damit weit über Leben und Wirken des preußischen Generals hinaus.

Und ihr Ruf spricht sich herum. Rund 6500 Besucher aus dem In- und Ausland kamen allein im Jahr 2013. "So kam auch die Senioren-Universität in Magdeburg auf die Idee, sich mit uns zu befassen", erklärte der Kustos der Einrichtung, Klaus Möbius. "Wir haben das als Kompliment für unser Haus empfunden und Ja zu der Einladung gesagt, zwei Veranstaltungen im Frühjahrssemester zu übernehmen."

Themen waren "Clausewitz im Winterfeldzug 1813" und "Die Verhandlungen von Tauroggen". Wie Möbius sich erinnert, waren nicht nur die Themen interessant, sondern auch die Hörer hellauf begeistert. "Das war ein großer Erfolg, der uns zeigte, wie stark das Interesse an der Geschichte ist."

Inzwischen kam erneut Post von der Otto-von-Guericke-Universität. Möbius ist vom Referenten zum Dozenten - sozusagen - befördert worden. Die Zusammenarbeit wird fortgesetzt. Zwei weitere Vorlesungen sind geplant. Die Themen versprechen spannende Geschichte: "Die russisch-deutsche Legion" und "Der Feldzug 1814 auf Paris". Möbius wird darüber sprechen, wie Clausewitz aus russischen in preußischen Dienst zurückkehrte.

Wer sich für die Themen interessiert, kann sich schon jetzt den Dezember und Januar vormerken. Die Einschreibezeit an der Universität beginnt am 23. September.

Die Clausewitz-Freunde haben einiges in der Erinnerungsstätte zusammengetragen. Nun kamen über 200 Briefe der Marianne von Clausewitz, der Gattin des Generals, dazu. Sie vervollständigen das Bild vom Leben der Familie von Clausewitz und werden demnächst vorgestellt, verspricht Kustos Möbius. Etwas wird es noch dauern. Da die Briefe in Sütterlin, der alten deutschen Schreibschrift, geschrieben sind, werden sie gegenwärtig in allgemein lesbare Schrift übertragen.

Mehr zur Senioren-Universität unter www.wiwa.ovgu.de/angebote/angebote/studieren_ab_50.html)