Gegen das Fällen von Robinien im Biederitzer Naturfreundewald protestierten gestern früh Mitglieder und Sympathisanten der Bürgerinitiative "Naturfreundewald".

Biederitz l Über Nacht hat Peter Specht, der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) , Naturschützer aktivieren können, die morgens um 9.30 Uhr mit einem selbst geschrieben Protestplakat an den Ort des Geschehens ziehen. Seit Dienstag ist eine Firma aus Rogätz damit beschäftigt, einen Teil der künftigen Baufläche freizuschlagen.

Eigentlich ist das Baumfällen, so schreibt es das Bundesnaturschutzgesetz fest, zwischen März und September verboten.

Specht und die BI wollen bei den Baumfällern herausbekommen haben, dass die Investoren des Bauvorhabens einen Ausnahmeantrag bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt hätten. Nach Ansicht der BI würden die Gründe für die Genehmigung - Fällung aus überwiegend öffentlichem Interesse, Einhaltung des Gesetzes führt für den Eigentümer zu einer unzumutbaren Belastung - nicht zutreffen.

Aus dieser Annahme resultieren auch zwei Dienstaufsichtsbeschwerden der BI, die sich gegen den Erteiler der Ausnahmegenehmigung und den zuständigen Kreisvorstand Bernd Girke richten.

Gerald Windisch, einer der drei Investoren des Bauvorhabens, das neben Eigenheimen auch Altenbetreuung und altengerechtes Wohnen beinhaltet, widerspricht. Man habe keine Ausnahme beantragt, weil man sie nicht brauche. In dem Gebiet habe eine geforderte und kostenintensive Artenumsiedlung stattgefunden. Fachleute rieten nun aus Naturschutzgründen zur Rodung, damit sich diese Tiere nicht wieder dort ansiedeln. Das gesamte Vorgehen sei mit der Unteren Naturschutzbehörde der Landkreisverwaltung abgestimmt, sagte Windisch. Es habe auch zuvor eine Begehung mit den Landkreisvertretern stattgefunden.

Der Landkreis äußerte sich gestern trotz schriftlicher Anfrage nicht zu dem Sachverhalt. Man versprach Informationen frühstens zum heutigen Tag.