Eine bessere Kommunikation zwischen Polizei und Jagdrevierinhaber sowie die Jäger für die Nachsuche sensibilisieren - das sind zwei Aufgaben, die Hartmut Meyer als neuer Kreisjägermeister angehen will. Im Juli hatte der Kreistag ihn als Nachfolger von Winfried Theß bestätigt.

Schermen/Burg/Genthin l Wenn Hartmut Meyer (47) die Leine von der Garderobe holt und den Schlüssel zum Waffenschrank rausholt, wissen der Parson Jack-Russel-Terrier Aika und der Hannoversche Schweißhund Sultan, dass es zur Jagd oder zur Nachsuche geht. 1997 hat er seinen Jagdschein gemacht. Er ist amtlich bestätigter Schweißhundeführer und seit neuestem auch Kreisjägermeister. "Über die Familie bin ich zur Jagd gekommen. Die Vorbelastung kann man nicht leugnen", so der 47-Jährige.

Seit Juli ist er nun der Berater des Landkreises in jagdrechtlichen Angelegenheiten. "Ich kenne die Mitarbeiter schon sehr lange. Es ist eine enge Zusammenarbeit, von daher wird der Einstieg sehr unproblematisch", erklärt Meyer. Zudem sei die Übergabe durch seinen Vorgänger sehr kollegial gelaufen. "Er hat das Amt mit ruhiger Hand und sehr erfolgreich ausgeführt. Es ist eine gute Basis, auf der man aufbauen kann. Groß umzukrempeln gibt es eigentlich nichts", lobt der gebürtige Oldenburger.

Auch wenn es die großen Baustellen im Landkreis bei der Jagd nicht gebe, gibt es drei Punkte, die Hartmut Meyer verbessern will. Beim Thema Wildunfälle würde er gern die Kommunikation zwischen Polizei und Revierinhabern noch weiter verbessern. "Es muss einfach klar sein, wer wann gerufen wird. Und wer sich um die Nachsuche kümmert", erklärt der neue Kreisjägermeister. Zudem soll es in Zukunft darum gehen, den Jägern eine einfachere und praxisnahere Lösung bei der Trichinenschau zu bieten. "Je nach Haushaltslage könnte es da auch möglich sein, eine kostengünstigere Alternative anzubieten", betont Meyer. Als drittes möchte er die Sensibilität bei den Jägern für die notwendige Suche nach krankem Wild erhöhen. "Das muss effektiv sein, um im Interesse des Tierschutzes, das Wild schnellstmöglich zu erlegen", betont der Schweißhundeführer. Für diese Aufgabe gebe es Spezialisten, die Tag und Nacht erreichbar sind, und diese Aufgabe auch gerne machen", sagt Meyer, der mit seinen Hunden Aika und Sultan selbst auf Nachsuche geht. "Das Ganze muss in Zukunft auch noch bekannter gemacht werden", erzählt der Schermener.

Denn die Jagdsituation im Jerichower Land ist gut. "Gegenüber anderen Landkreisen haben wir eine ganz andere Vielfalt und die Jagd ist hier anerkannt", so Meyer. Das Hobby oder das "Handwerk", wie es der Rechtsanwalt bezeichnet, sei ein Teil der hiesigen Kultur und anerkannt. Darum gebe es auch bei Wildschäden noch relativ wenig Probleme. "Mit der Zunahme des Anbaus von Mais bleiben diese Schäden nicht aus. In Zukunft kann es darum nur um eine Verminderung gehen", erzählt Meyer. Man habe beispielsweise mit Elektrozäunen versucht, Wildschäden zu verhindern, aber das sei schlicht und einfach flächendeckend nicht möglich. Gerade aber, weil die Jagd, die Landwirtschaft und eben die ländliche Region hier zusammen gehören, werden derartige Problem oft unter sich geregelt, "ohne einen Anwalt, und das ist auch gut so", erklärt Meyer mit einem Augenzwinkern.

An seine eigene erste Jagd kann er sich kaum noch erinnern, denn die war unspektakulär. Doch als er selbst einen reifen Keiler mit 150 Kilogramm erlegte, hat er sich gefreut. "Stolz ist da nicht mit dabei, aber jeder Jagderfolg ist was Schönes." Noch schöner aber ist die Freude, wenn er auf der Nachsuche das Stück findet und dem Schützen vielleicht noch seine Trophäe bringen kann. Dann sind nämlich auch seine beiden Hunde wieder mit dabei.

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