Werke vom Möseraner Künstler Heinz Israel sind derzeit in den Räumlichkeiten der Burger Stadtwerke zu sehen. Woran er derzeit arbeitet und wie er seine Kunst sieht, verriet er der Volksstimme.

Möser/Burg l Gegenstandslose Malerei, das ist derzeit das, was Heinz Israel malt.

Als gelernter Werkzeugmacher und Grafik-Designer hat er jahrelang vor allem Gebrauchsgrafiken für zahlreiche Unternehmen und auch den Rat des Kreises entworfen. Logos, Werbungen, Produktetiketten - die Liste ist lang. "Aber damit war ab der Rente Schluss", sagt der 77-jährige Maler aus Möser, der immer schon neben diesen Auftragsarbeiten der freien Malerei sehr zugetan war.

Nur noch selten setzt er jetzt figürlich oder eindeutig Erkennbares in seinen Bildern um. Warum er so abstrakt malt? "Weil es schwerer ist", ist seine prompte Antwort. "Ein Haus ist ein Haus. Aber die Harmonie in der Komposition zwischen Format, Farbe und Formen zu finden, ist eine große Herausforderung", erklärt er.

Wenn er malt, sucht er den Einklang von allem. "Man hat zwar eine Vorstellung, wenn man zu malen beginnt, aber ob es gelingt oder wirklich so umsetzbar ist, das ist offen", beschreibt er seine Arbeitsweise. Inspiration schöpft er allein aus seiner Kreativität und seinen Erinnerungen. "Es ist auf einmal da." Und wenn es mal zu stressig wird, dann schwingt er sich auf sein Rennrad, fährt 30 Kilometer und dann "ist der Kopf wieder frei."

Auf die Frage, dass manch einer vor seinen abstrakten Bildern steht und sich fragt, was der Künstler ihm damit sagen wollte, kontert Heinz Israel mit einem Lachen: "Also ich will gar nichts sagen, das wollen immer nur die Literaten. Ich will mit meinen Bildern zeigen, dass mich etwas so fasziniert hat, dass ich es malen wollte oder musste."

Derzeit sind Arbeiten von Israel in den Räumlichkeiten der Burger Stadtwerke zu sehen. Nach zwei Jahren ohne Ausstellung sind Aquarelle, Emaille-Bilder, Öl- und Acrylarbeiten ausgestellt. Die unterschiedlichen Werkstoffe zeigen, wie experimentierfreudig Israel ist. Aber sein liebster Werkstoff ist Ölfarbe. "Vielleicht, weil man da so schön matschen kann", sagt er scherzhaft. "Da entwickelt sich so viel und man kann so viel damit machen. Wenn man nur allein über halbtrockener Fläche arbeitet, was da manchmal entsteht, ist so toll, dass man es lassen muss."

Derzeit sitzt er an einer neuen Idee. "300 Gedanken" ist der Titel. 300 Gedanken oder kleine Ideen hat er bereits auf kleine quadratische Untergründe gebracht und sie auch schon zu drei mosaikartigen Bildern zusammen gesetzt. "Jetzt arbeite ich einzelne Gedanken größer raus", erklärt er.

Wie das zusammen ausgestellt werden könnte, hat er auch schon vor Augen. Doch wann und wo die nächste Ausstellung sein wird, wo vielleicht auch das neue Werk zu sehen sein könnte, ist noch nicht ganz fest. "In diesem Jahr wird es wohl keinen weitere Ausstellung geben." Im nächsten Jahr ist einiges im Gespräch. Havelberg, die Galerie Süd und auch in Braunschweig könnten Orte sein.